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Zentrale Elemente des Buddhismus
- Gewaltlosigkeit
- Freies Lernen
- Wenig allgemeine Zwänge
Innerhalb der Gemeinschaft der Übenden sangha (Mönche, Nonnen, Laien) gibt es relativ wenig Zwang, nur so viel wie nötig ist um die Gemeinschaft zusammenzuhalten.
- Wenig religiöse Zwänge
Die ethische persönliche Entwicklung durch Erfahrung und Einsicht anstatt Zwang zum Einhalten absoluter moralischer Gesetze unter Androhung von Strafe.
- Gute Vorbilder
Die Experten, die schon lange und intensiv die ethische Entwicklung ihrer Persönlichkeit trainiert haben, sind den Laien nicht nur weit voraus, sie besitzen auch Charisma bzw. Ausstrahlung. Ein bekanntes Beispiel aus der Gelug-Schule ist der Dalai Lama.
- Mitgefühl
Kommentar
Während bestimmte religiöse und weltliche Herrscher bzw. Eliten zur Vergrößerung ihrer Macht auf destruktive Lernmethoden auf Basis von Angst wie Zwang und Bestrafung setzen, setzt der Buddhismus auf konstruktive Lernmethoden wie das Vorbildlernen.
Im Buddhismus ist es die Rolle der Religion, die destruktiven Kräfte wie Gier, Hass, Aggressionen und Gewalt, Wahn und Unwissenheit entgegenzuwirken und die positiven Kräfte des Sorgen und Helfen, grenzenlose Liebe, Freundschaft und Mitgefühl zu fördern. Z.B. wird Hass durch Liebe aus dieser Welt geschafft. Bekanntes Beispiel : Ashoka, grausamer Kriegsherr und König über das erste Großreich Indiens (geboren 303 v. Chr.) bereut die Eroberung Kalingas am Golf von Bengalen, bei der Hunderttausende gestorben sind. Er bekennt sich zwar zur Lehre Buddhas, lässt sie jedoch in Teilen per Gesetz gewaltsam umsetzen.
Buddhisten sind zur Zeit in Tibet bedroht durch die Gier der herrschenden Schicht in China.
Religionsstifter Siddharta Gautama (Buddha)
Der Mittlere Weg
Er liegt zwischen den Extremen Selbstquälerei (kein Essen, kein Trinken) einerseits und Lustvergnügen mit Lustobjekten aller Art.
Die Vier Wahrheiten
1. Geburt, Alter, Krankheit, Tod, Trennung von Liebem und Vereint mit Unliebem ist Leiden
2. Leiden entsteht durch die Gier nach sinnlicher Lust, Dasein und Vernichtung.
3. Das Leiden kann aufgehoben werden durch die Aufgabe dieser Gier.
4. Der Achtfache Pfad.
- heilsame Ansicht bzw. Anschauung. Vor allem diese Vier Wahrheiten
- heilsame Entscheidung. Sich nicht auf Gier, Hass und falsche Ansichten einlassen
- heilsame Rede. Vermeide Lügen, Verheimlichen und Geschwätz.
- heilsames Verhalten. Ähnlich den 10 Geboten Mose.
- heilsamer Lebensunterhalt. Keiner Tätigkeit nachgehen, durch die andere (aus deren Sicht) gequält werden.
- heilsame Anstrengung bzw. Streben. Für andere und damit sich selbst schädliche Emotionen und Gedanken vermeiden, heilsame Emotionen und Gedanken fördern.
- heilsame Achtsamkeit. Selbstkontrolle von Körper und Geist
- heilsame Meditation. Sich nicht nur auf das Treiben der anderen konzentrieren, sondern sich auch auf die heilsame Anstrengung bzw. den inneren Frieden.
Kommentar
Heute würde man sagen : Der mittlere Weg bedeutet sich ganz auf die Grundbedürfnisse und kulturellen Bedürfnisse zu konzentrieren und nicht auf Luxusbedürfnisse. Das hebt auch das Leiden gemäß Punkt 3 der Vier Wahrheiten auf.
Die Aspekte des Achtfachen Pfads haben wir in der Ethik der Helfer beschrieben.
Die heilsame Entscheidung beschreibt man heute genauer als Entscheidung für Frieden bzw. Fairteilung von Arbeit und Einkommen. Und als Entscheidung keine Tätigkeiten wie Großaktionär und Manager auszuüben, denn sie sind kein heilsamer Lebensunterhalt.
Heilsame Meditation bedeutet auch, sich von Menschen fernzuhalten, die der heilsamen Entscheidung und Lebensunterhalt entgegen handeln wie Großaktionären und Managern. Deshalb wurden viele Kloster gezielt an entlegenen Orten gebaut.
Worte des 14. Dalai Lama Tenzing Gyatso
Offzieller Titel :
"Seine Heiligkeit der 14. Dalai Lama von Tibet".
In einem Interview mit einem Journalist sagt er :"Buddhismus handelt vor allem von Schmerz und Leid - und von Freude und Glück. Und beide Pole sind als Erfahrung ungemein wichtig, denn sie hängen mit dem jeweils anderen zusammen. Der Hintergrund ist dabei immer das Konzept von der Abhängigkeit aller Dinge voneinander. Vor diesem Hintergrund - und da wir alle ja Glück wollen und nicht Leiden, müssen wir Menschen uns vor allem immer sehr ernsthaft um die Gründe für das Leid kümmern. Da kommt das Konzept der Gewaltlosigkeit ins Spiel. Gewalt bedeutet ja stets Leiden für andere, und als Folge davon leiden dann auch wir umso mehr. Deshalb sollte man stets versuchen, andere nicht zu verletzen - mehr noch : den anderen möglichst viel Glück zu bereiten. Mit anderen Worten : Wenn du deinen Mitmenschen helfen kannst, dann mach es, das ist immer das Beste. Aber wenn du das gerade mal nicht zu tun vermagst, dann versuche zumindest, den anderen nicht zu schaden."
"Im Buddhismus geht es immer vor allem darum, wie man mit seinen negativen Emotionen und negativen Kräften umgeht."
"Gewalt entsteht immer dann, wenn Menschen zu wenig wissen - wenn sie beispielsweise über die Folgen ihrer Taten nicht nachdenken. Und weil sie nicht verstehen, dass alles miteinander zusammenhängt." ... "Seinen Feinden zu schaden heißt, auch sich selbst zu schaden. Genau deshalb sollte man lernen, die Qualität seiner eigenen Emotionen wirklich zu erkennen. Dann versteht man auch, wann sie einem selbst schaden können."
"Ich finde, es fehlt in der Pädagogik heute oft an dem Erziehungsziel Warmherzigkeit." ... "Wenn andere auf einen wütend sind, sollte man immer überprüfen, welchen Anteil man daran hat. So kann man Wut in Lernen umwandeln. Und wenn man selbst sehr wütend ist, sollte man möglichst sofort über Mitgefühl und Liebe nachdenken und darüber meditieren. Und sich darin üben, alles Negative als vergänglich anzusehen."
"... der Einsatz von Macht und Gewalt - das ist ein Zeichen von Schwäche." ... "Sie brauchen unser Mitgefühl."
"Manche sagen, ich sei ein Freiheitskämpfer " ... "Solange der Raum besteht und es fühlende Wesen gibt, solange werde ich dienen."
Kommentar
- Druck erzeugt Gegendruck. Gewalt, egal ob körperlich (Körperverletzung), strukturell (Vorgesetzte in Institutionen) oder wirtschaftlich (Gier, die für andere zu wenig übrig lässt) führt zu Gegengewalt.
- Ethisch gute Hilfe in Wort und Tat macht andere und sich selbst glücklich. Und obendrein wird einem ebenso geholfen, wenn auch vielleicht von anderen, als denen man selbst geholfen hat.
- Die Menschen nicht frei und kreativ das für sie selbst und alle anderen wichtige erforschen und lernen zu lassen fördert Strategien von Gewalt, weil ihnen Weisheiten vorenthalten werden, die wie obige Worte gegen Gewalt aller Art sprechen.
- Zuschauen, Mitlaufen ist kein guter Weg. Um-Denken und anderes Handeln ist der Weg.
- Vergleiche für alle diese Punkte die Inhalte vom Konzept Freies kreatives Lernen.
Erleuchtung finden
Jeder kann Erleuchtung finden, wenn er sich bemüht sie zu finden.
Wenn man das Gefühl hat, mehr oder weniger sinnlos nur vor sich hinzuleben, seine Zeit und Energie mit Unwichtigem zu verschwenden.
Z.B. schreibt der Philosoph Schopenhauer : "Denn alles Streben entspringt aus Mangel, aus Unzufriedenheit mit einem Zustande, ist also Leiden, solange es nicht befriedigt ist; keine Befriedigung aber ist dauernd, vielmehr ist sie stets nur der Anfangspunkt eines neuen Strebens."
Dann gibt es nur einen Weg : Sich selbst erforschen, um herauszufinden, was einem wirklich wichtig ist. Details zur der Problemlösung geistig.
Die Religionsstifter formen aus ihrer eigenen Erfahrung mit ihrer Erleuchtung Hinweise. Schopenhauer schreibt 1819 über diesen Zustand : "Der Mensch gelangt zum Zustand der freiwilligen Entsagung, der Resignation, der wahren Gelassenheit und gänzlichen Willenlosigkeit."
Manchen war nach ihrer Erleuchtung das, was sie wirklich tun wollen, so klar, dass sie zu Religionsstiftern mit Charisma und Sendungsbewußtsein wurden. Erleuchtete suchen dadurch jedoch nicht die Anerkennung, wie z.B. extrem der Narzisst. Sondern wie wollen dadurch anderen helfen ebenso ihre Erleuchtung zu finden.
Buddhist werden
Wer einen festen anderen Glauben, sollte lieber versuchen, die Lehren des Buddhismus in seinem eigenen Glauben zu entdecken.
Wer religiös noch nicht festgelegt ist, kann Buddhist werden. Es gibt keine Bibel. Sondern viele Schriften der verschiedenen Schulen, die ihre Priorität auf unterschiedliche Bereiche des Buddhismus legen. Der Buddhist wurde schon von Buddha selbst aufgefordert, niemals unkritisch eine bestimmte Auslegung der Religion zu glauben.
Es gibt keine Organisation ähnlich der Kirche, die einem vorschreibt, was man zu tun hat. Buddha hat seinen Mönchen verboten, nach seinem Tod einen Nachfolger als Oberhaupt zu wählen. Es gibt deshalb nur Laien und trainierte Experten (Mönche, Nonnen). Ränge wie Lama für Experten mit hohem Wissen, Erfahrung, Weisheit wurden erst nach Buddha eingeführt. Sie sind somit eher Zeichen der Bewunderung durch die Laien als ein Zeichen von sich genommener Macht. Die Experten können eine Schule (Kloster) gründen.
Buddhist wird man, indem man sich zu den Drei Juwelen bekennt, also dass
- Buddha
Siddharta Gautama (Buddha) die Erleuchtung (siehe oben) erlangte
- dharma
seine Lehren (siehe oben) studiert und diesen folgt
- sangha
die Gemeinschaft aller Buddhisten weltweit ehrt
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Sonstige Elemente des Buddhismus
Alle Dinge bzw. Phänomene in der Welt hängen zusammen. Jedes einzelne Ding ist ohne den Bezug zu anderen Dingen "leer", jedes einzelne Phänomen ist ohne den Bezug zu anderen Phänomenen leer.
Wiedergeburt ist keine Seelenwanderung. Bildhaft : Zündet man eine Kerze an einer brennenden Kerze an, so ist das Licht nicht das gleiche.
In den Zustand des Nirvana gelangt der Mensch durch die Erleuchtung (siehe oben). Am besten beschreibbar durch geistige Reinheit und höchstes Glück.
Kommentar
Wir sind nicht groß oder klein, sondern größer oder kleiner als andere. Ob wir ein guter oder schlechter Buddhist sind, lässt sich in erster Linie dadurch interpretieren bzw. bestimmen wie wir uns gegenüber anderen Menschen und uns selbst verhalten.
Kommentare-Fazit :
Die obigen Kommentare zeigen sehr deutlich warum die Menschen sich von diesem so beschriebenen Buddhismus angezogen fühlen. Der Buddhismus ist ethisch-sozialwissenschaftlich fortschrittlich.
Allerdings darf nicht übersehen werden, dass diese Ideale nicht allen Menschen, d.h. z.B. nicht den früheren Sklaven dort zuteil wurden. Und auch heute nicht im zweifachen Herrschafts-System in Tibet.
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