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Untreue

 

Film "Lust auf Sex"

 

Untreue und wie es dazu kommt

1. Der oder die Fremdgehende
Wurde nach dem Prinzip Laufen lassen nicht rechtzeitig in Phase 4 lange und gut genug Beziehungsarbeit geleistet, wird die Beziehung zur Belastung und geht eventuell in eine unvernünftige Vernunftbeziehung über. Wird die Beziehung aus "Vernunft" aufrecht erhalten, so wird die emotionale Schutzmauer bei beiden immer höher und die Liebeslücke, der Wunsch nach Liebe, dahinter immer größer. Die Belastung und Verletzung emotionale Schutzmauer führt früher oder später dazu, dass zuerst der eine und dann meist der andere sich auf die Suche nach dem Erleben von Leidenschaft, Entspannung und Offenheit anstelle von emotionaler Kälte, Monotonie und Langeweile macht. Das Füllen der Liebeslücke bzw. des Liebes-Vakuums. Umso offener er oder sie sucht, umso deutlicher wird die emotionale Kälte und damit wird auch die Verletzung und die Angst vor völligem Rückzug noch etwas größer als vorher schon.

2. Der oder die Geliebte
Die extreme Suche nach Nähe des Fremdgehenden macht ihn so anziehend für Menschen, die selbst Nähe auf geistiger, emotionaler und körperlicher Ebene suchen. Interessant ist der Fremdgehende auch für Menschen vom Bindungstyp ängstlich bzw. vermeidend und auf begrenzte Zeit beziehungsgeschädigte, die keine enge Beziehung wollen bzw. leben können.

 

Wie kann man Fremdgeher bzw. Fremdgeherinnen erkennen?

Der Fremdgeher versucht mehr oder weniger geschickt, seine Untreue zu verheimlichen. Man müsste meinen, dass man es spürt, wenn der Partner sich emotional verabschiedet. Allerdings tut er das im Normalfall vor allem dann, wenn der emotionale Kontakt nicht mehr gut ist. Aber aufgrund des fehlenden emotionalen (und sprachlichen) Kontakts spürt man das Verabschieden nicht mehr, besonders wenn es wie im Normalfall langsam bzw. schleichend vor sich geht. Wenn man sich dann aus Angst vor Verlust der Vernunftbeziehung einredet bzw. einbildet es sei alles in ordnung, bzw. die angebotenen Lügen und Rechtfertigungen einfach glaubt, wehrt man die Eindrücke, die aufgrund des geringen Kontakts noch möglich sind, zusätzlich ab.

Deshalb bietet sich folgende Lösung an : Sich gezielt durch Detektivarbeit Eindrücke verschaffen, die einem der andere nicht freiwillig anbietet. Wenn man sich selbst für diese Eindrücke anschließend nicht öffnet, d.h. sich die Indizien bzw. Beweise nicht anschaut, nutzt es allerdings wenig.

Wie kommen Sie an die Indizien bzw. Beweise ? Man erkennt ihn oder sie daran, dass er oder sie

  • die Nähe auf geistiger, emotionaler und körperlicher Ebene nicht mehr wünscht und praktiziert. Also keine offenen Gespräche mehr, sondern Verheimlichen. Keine offenen Gefühle, sondern mehr als sonst unterdrückte Gefühle, weniger und gelangweilte Intimität. Dafür werden dann plausible Gründe gefunden, die das schlechte Verhalten rechtfertigen.
  • aber diese Nähe woanders sucht und findet. Offene Gespräche mit den Freunden, Ausleben von Gefühl und Intimität mit sich selbst (Intimpartner erdacht oder virtuell) oder dem oder der Geliebten.
  • als Ausgleich für die Nähe oder aus Gewissensbissen wegen der Untreue sich bedingt und berechnend fürsorglich zeigt. Bekanntestes Beispiel sind die auffällig vielen roten Rosen, die er mitbringt, wenn er von der Geliebten kommt.
  • den Kontakt zwischen Lebenspartner und Freunden reduziert bzw. kontrolliert. Abhilfe : Den Kontakt selbst unabhängig vom Lebenspartner aufbauen. Dann erfahren Sie bald die Wahrheit. Wie groß ist die Chance, so etwas zu erfahren? Hoch, wenn dieser Freund bzw. Freundin nicht ebenso ein Lügner (inkl. Verheimlichen) ist. Eher höher, wenn sie etwas von seinem Freund erfahren will, eher niedriger, wenn er etwas von ihrer Freundin erfahren will. Denn Männer erzählen ihren Freunden eher etwas als Frauen ihren Freundinnen. Das liegt daran, dass er unter Männern eher als toller Hengst dasteht, während sie unter den Frauen eher als Frau dasteht, die ihre Beziehung nicht unter Kontrolle hat bzw. gut managed. Diese alten Rollenbilder sind noch nicht ganz ausgestorben. Eventuell hat ein Zeuge bzw. Beteiligter auch schon etwas über die Untreue Ihres Partners bzw. Partnerin in einem Forum geschrieben, z.B. im Forum für kleine Engelchen.
  • ohne driftige Gründe weniger Zeit hat, also ohne echten Grund öfters länger als bisher üblich arbeitet oder angeblich im Stau steckt, und in Wahrheit "Freizeitaktivitäten" nachgeht. Hier hilft ein behutsamer Anruf beim Chef bzw. Trainer des Weiterbildungsseminars oder Kunden oder ein Blick auf die Stauseiten im Internet
  • wer weniger Zeit hat, weil er neue Hobbys entwickelt
  • schwierig, wenn ein Service wie eine Seitensprungagentur falsche Alibis verschafft, leicht wenn Sie die Rechnung davon finden.
  • länger als bisher online ist und in Wahrheit anderen bezüglich der "Freizeitaktivitäten" mailt oder nach solchen in Singlebörsen sucht. Hier hilft das öftere Besuchen am PC, das dann entweder angenehm oder störend empfunden wird.
  • nach einer dritten Person duftet, bzw. dem Parfum . Könnte eventuell wirklich an manch älteren Damen liegen, die ein ganzes Büro einnebeln
  • mehr als sonst üblich Sport treibt, um bei den "Freizeitaktivitäten" gut auszusehen
  • keine Lust mehr auf "mehr" hat, weil es mit der dritten Person viel besser war und sein wird
  • in der Hektik der leidenschaftlichen "Freizeitaktivitäten" verräterische Gegenstände übersehen hat
  • eindeutige Nachrichten übersehen hat
  • Geschenke aus schlechtem Gewissen macht
  • Beteiligte etwas verraten

 

Die Folgen der Untreue

 

Fall 1 Fremdgehen nicht entdeckt
Die erste Frage, die Sie sich stellen sollten : Will bzw. kann ich (und die anderen beiden Beteiligten) eine offene Dreiecksbeziehung führen? D.h. jeder weiß vom anderen und akzeptiert es. Oder will ich eine wesentlich einfachere Zweierbeziehung.

 

Keine Entscheidung = verdeckte Dreiecksbeziehung
Der Gefragtere in dem Trio ist der Fremdgehende, er ist umworben, er bemerkt zuerst den Zugzwang nicht, kann es scheinbar genießen. die anderen beiden zappeln zu lassen, die auf ein Happy End hoffen und auf seine Entscheidung drängen. Der oder die Fremdgehende hofft, dass einer der anderen beiden die jeweilige Beziehung beendet. Anstatt selbst zu entscheiden.

Empfehlenswert ist es ganz allgemein wenn bei einer Partnerwahl, wo die Umgebung ( 80 Mio. Menschen in Deutschland) ausgeblendet wird, die Minderheit entscheidet. Man stelle sich einen Saal vor mit z.B. zwei Frauen und einem Mann. Die Entscheidung der Mehrheit (beide Frauen) ist zwar nicht unwichtig, aber eine positive Entscheidung wie das Ja einer von beiden Frauen bewegt nichts, nur eine negative Entscheidung Nein bewegt etwas. Allerdings ist dann das Ja des Mannes eher eine Notlösung, weil ja keine andere Frau mehr im Saal ist. Vorher wäre es ein strahlendes Ja gewesen. Die alles positive entscheidende Wahl ist deshalb die positive Entscheidung der Minderheit (ein Mann), welche von beiden Frauen er möchte. Die aus der Mehrheit ausgewählte Person kann dann immer noch ja oder nein sagen.
D.h. in unserem Fall ist es deshalb sinnvolll, dass der oder die Fremdgehende entscheidet.
Damit sollte er nicht zu lange warten. Wer selbst keine Entscheidung trifft, überlässt sie den anderen. Und diese Entscheidung von Geliebter oder Hintergangener kann früher oder später nur noch negativ sein, ein Nein, also Verlassen des Fremdgehers um das Drama Dreiecksbeziehung zu beenden. Man kann selten beide Beziehungen in einem Doppelleben halten. Wer sich als Fremdgeher nicht rechtzeitig auf eine der beiden Beziehungen konzentriert, d.h. wenn es z.B. beim Ultimatum hart auf hart kommt, weiß zu welchen von beiden er hält, der verliert beide Beziehungen.

Motive für das Nichtentscheiden des Fremdgehers und Risiken
Viele Menschen haben Angst, sich dem eigenen Konflikt zu stellen. Entscheidet sich der Fremdgeher nicht, so wird die oder der Geliebte zur Kraftquelle für die Vernunftbeziehung. Die anfangs offene emotionale Schutzmauer der Geliebten heilt etwas den Fremdgeher, d.h. er senkt etwas seine emotionale Schutzmauer zur Geliebten. Die Schutzmauer zur Vernunft-Partnerin wird wohl bei guter Beziehung zur Geliebten eher erhöht, bei auf Distanz gehaltener Beziehung "bereichernd" etwas gesenkt. Wird diese zur Hintergangenen nicht völlig gesenkt, so wird die alte Beziehung in Richtung Vernunftbeziehung zementiert, d.h. weiterhin gesundheitsschädliches Unterdrücken der Gefühle. Der Fremdgeher selbst gerät in Suchtgefahr und wird immer mehr beziehungsunfähig. Es baut sich eine Routine auf, d.h. sobald die Kraftquelle versiegt, weil der oder die Geliebte selbst durch die wenigen Treffen nebenher langsam aber sicher emotional verkümmert und seine emotionale Schutzmauer hochzieht, wird sie ausgetauscht. Denn nur die niedrige Schutzmauer der Geliebten lässt die Liebe durchkommen und gibt damit die Kraft. Umso mehr sich die Routine verfestigt, besteht die Gefahr, dass dann auch sogar der Partner der Vernunftbeziehung - falls notwendig - ausgetauscht wird. Die Vernunftbeziehung wird im Modell des Tanzens immer mehr zum Standbein, der oder die Geliebte zum Spielbein bzw. die Geliebten zu Spielzeugen, die auf Wunsch kommen und gehen. Diese Art Spieler ist dann wohl zwischen Bindungstyp sicher und Bindungstypen ängstlich oder vermeidend einzuordnen.

 

Motive für die zwangsweise negative Entscheidung der Geliebten
In der Beziehung zwischen Geliebten und Fremdgehenden tauchen während der "Dreierbeziehung" ähnliche Probleme auf wie bei Homosexuellen rund um das Thema Coming-Out. Betrachten wir den Fall, dass beide anderweitig eine Beziehung führen und beide "miteinander fremdgehen". Der weniger Offene bzw. Ängstliche fühlt sich überfordert und hat mit seinen Ängsten vor den Konsequenzen des Outens zu kämpfen, während sich der Offenere bzw. Mutigere häufig als Lebensgefährte verleugnet und damit verletzt sieht. Die Verletzungen erträgt der Offenere nur bei großer Zuneigung zum Fremdgeher. Während der Fremdgeher dagegen oft nur mehr oder weniger bis nie verstehen wird, dass er durch das ständige Zurückgehen zur Hintergangenen die Geliebte verletzt. Der Fremdgeher betrügt beide Frauen. Das Verleugnen zeigt sich in den meisten Fällen (außer der Fremdgeher verläßt stetig die Vernunftbeziehung) in Aussagen der oder des Fremdgehenden

zu der oder dem Geliebten

  • Ich liebe Dich! wird zu
    • Du bleibst die einzige Frau bzw. Mann in meinem Herzen, egal was passiert.
    • ich liebe meine Frau bzw. meinen Mann schon lange nicht mehr
    • Ich hoffe nicht, dass du dich in jemand anderen verliebst. Oder wenn sich einer von uns beiden in den anderen verlieben sollte, müssen wir das beenden. Bis dahin möchte ich noch lange viel Spaß mit Dir haben.
    • Ich konnte noch nie Gefühle zeigen
    • Danke für dein Verständnis. Ich bewundere, dass Du so stark bist
    • Warum machst Du das alles mit? woher nimmst Du die kraft?
  • Ich tue alles für Dich wird zu
    • Ich will Dich nicht bedrängen oder belasten (= Ich werde nie für Dich da sein, für Dich Zeit haben, wenn Du krank bist, Hilfe brauchst etc)
  • Ich will Dich sehen wird zu
    • Ich bin für Dich da (= Ich gewähre Dir ein Treffen)
    • ich möchte meine Frau bzw. meinen Mann nicht immer belügen
  • Ich musste Deine Stimme nochmal hören wird zu
    • Ich kann nicht reden...
  • Mit dir möchte ich mein restliches Leben verbringen bzw. alt werden wird zu
    • Wir schaffen das!
    • Ich kann nichts versprechen!
    • Ich regle das, versprochen!
    • Glaub ja nicht, dass es auch leicht für mich ist !
    • Mein Plan hat nicht funktioniert (= wurde nicht rausgeworfen!)
    • Trauer über die eigene Feigheit und Unfähigkeit sich für eine von beiden Beziehungen entscheiden zu können.
    • Ohne Dich könnte ich es bei meiner Frau nicht aushalten.
    • Ich werde meine Frau nicht verlassen, denn ich "liebe" sie.

zu der oder dem Betrogenen

  • Sie bzw. er ist nur eine gute Freundin bzw. Freund.
  • Es ist alles nicht so, wie Du denkst. Einbildung, Phantasie, etc.
  • ich "liebe" dich
  • ich will doch nur eine ganz normale Beziehung (= Vernunftbeziehung) führen! (wenn der oder die Betrogene das Fremdgehen ahnt)
  • Vertrau mir, es ist alles in ordnung,

Die Sätze gegenüber der oder dem Betrogenen zeigen die Verleugnung des oder der Geliebten gegenüber der oder dem Betrogenen meist noch deutlicher.

Fast unmerklich beginnt die Beziehung sich zu wandeln. Anfangs ist der oder die Geliebte noch fröhlich, selbstbewußt und guter Dinge, bald schon von dem Entgegenkommen des Fremdgehenden abhängiger (auf Anrufe warten), also insgesamt unausgeglichener, weniger zuversichtlich. Es kommt zunehmend zu Stimmungsschwankungen, himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Jede Verleugnung kränkt den oder die Geliebte, die oder der sich dann fruher oder später zurückzieht bzw. die emotionale Schutzmauer hochzieht oder zornig zurückschießt, dann ist auch bald in der neuen parallel geführten Beziehung mit dem oder der Geliebten von der sinnlich-leidenschaftlichen Liebe nicht mehr viel übrig. Manchmal gehen diese "Dreiecksbeziehungen" jedoch auch so lange, dass bei der oder dem Geliebten erst die höchste Schmerzgrenze erreicht werden muss, wo der Selbsterhaltungstrieb einsetzt und die destruktive Beziehung beendet. Da wie oben gesehen, nach zu langer Dauer der Dreiecksbeziehung ein gutes Ja aufgrund auf allen Seiten hochgezogenen emotionalen Schutzmauern nicht mehr möglich ist, macht es objektiv Sinn, dass der oder die Geliebte (bzw. im Fall 2 auch der oder die Hintergangene) dem oder der Fremdgehenden ein Ultimatum stellt. Hat sich der Fremdgeher bis zum Ultimatum nicht entschieden so ist dann ein "vielleicht" als "nein" zu interpretieren. Mit der Konsequenz selbst auch nein zu sagen und sich zu verabschieden.

Unsere Empfehlung (Motive für eine Entscheidung)
Während die verdeckte Dreiecksbeziehung einerseits eine Bereicherung für die Vernunftbeziehung ist, ist sie andererseits für alle Beteiligten, die sich bewußt oder unbewußt eine Beziehung wünschen, schon nach relativ kurzer Zeit schwerer psychischer Stress. Trotz Verletzungen werden die emotionalen Schutzmauern soweit wie möglich niedrig gehalten, d.h. die emotionalen Angriffe wie Abweisung können durchdringen und verletzen. Auf Dauer ungesund und nicht empfehlenswert. Man betrügt zusätzlich die beiden anderen und sich selbst um ein glückliches Leben ohne Lügen auf sprachlicher Ebene und Verletzungen auf emotionaler Ebene. Im Bildnis der Entfremdung : Der Fremdgeher belügt nicht nur die anderen beiden, sondern dabei jedesmal auch sich selbst, d.h. entfremdet sich von den anderen und sich selbst, wenn er seine eigenen verdrehten Worte glaubt. Die beste Beziehung wird in einer langen verdeckten Dreiecksbeziehung nicht gefunden bzw. nicht ausgelebt. Innerhalb von ca. 4 Wochen nach dem emotionalen Fremdgehen sollte sich der Fremdgehende für eine Beziehung oder keine entscheiden (Entscheidungshilfe s. unten) und die anderen beiden sollten auf diesen Zeitpunkt ihr Ultimatum terminieren.


Falls nur einer der Drei keine offene Dreiecksbeziehung will, dann geht es um die Entscheidung welche Beziehung ist die bessere. Die alte, die neue oder keine?

Fairness bedeutet hier : Alle sind über alles informiert, das bedeutet auch, dass alle drei wissen sollten, dass eine Entscheidung gefällt wird. D.h. dem Hintergangenen sollte man die Wahrheit mitteilen, dass man eine Entscheidung trifft, damit er seine Entscheidung auch selbst treffen kann, zu gehen oder im Rennen zu bleiben. Die Lüge ist die sprachliche Parallele zur Verletzung durch Abweisung.

Die beste Information setzt sich durch. Meme. So wie sich die beste Behandlungsmethode bzw. das Wissen darüber wenn auch manchmal erst 20 Jahre später und teilweise unter Widerständen bei manchen Ärzten durchsetzt, so setzt sich auch die bessere von beiden Verbindungen nach bestimmter Zeit und auftauchenden Widerständen durch. Besser im Sinne von geistig fördernd, emotional-körperlich heilend, also mit möglichst niedriger Schutzmauer emotional, sprachlich und körperlich aufgrund fehlender Abweisungen. Allg. Beachtung der 3 Arten der Liebe. Wenn sich alle Beteiligten darüber klar sind, welche Verbindung von beiden die bessere ist, dann sollte im Interesse aller Beteiligten die schlechtere Verbindung gelöst werden. Der Ausscheidende hat dann den Vorteil bzw. die Chance ebenfalls eine bessere Verbindung zu finden.

Zur Einschätzung der besseren Beziehung ordnen wir alles soweit möglich drei Fragen unter, deren Antworten dem Fremdgeher als Entscheidungshilfe dienen sollen. Was spricht für das Aufrechterhalten der Vernunftbeziehung? Was spricht für das Starten der Liebesbeziehung? Was spricht für das Beenden beider Beziehungen? Vervollständigen Sie unsereAntworten auf die Fragen durch ihre eigenen Antworten möglichst gut und genau individuell für Ihren Fall. Details dazu siehe "Die Trennung allgemein bei einer Vernunftbeziehung".

 

Frage 1 Was spricht für das Aufrechterhalten der Vernunftbeziehung?

Hier listen wir die Vorteile der Beziehung zum Vernunft-Partner auf und die Nachteile der Beziehung zu der oder dem Geliebten. Unsere Antworten zu Frage 2 geben Hinweise.

  • Der oder die Geliebte
    Eventuell unpassend, siehe Frage 2 Geliebte.
  • Der Vernunft-Partner
    • Echte Gründe
      • Ein erfolgreiches eventuell betreutes Training (siehe unten) mit Beziehungsarbeit für Beziehungen ist in Phase 4 noch mit gewisser Wahrscheinlichkeit erfolgreich.
    • Denkfehler
      • Die Angst davor, dem anderen weh zu tun. Denkfehler : Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. D.h. die vertane Chance auf eine glückliche Beziehung für den Hitnergangenen nach Neuanfang mit einem anderen Menschen.
      • Finanzielle Aspekte. Denkfehler : Geld macht nicht glücklich, Liebe schon.
      • Angst vor Veränderung, Macht der Gewohnheit, Bequemlichkeit, wenig Überraschungen. Arrangements funktionieren. Denkfehler :Monotonie schadet der geistigen Gesundheit bzw. emotionalen Intelligenz.
      • Umfeld ist an diesen gewöhnt bzw. schätzt diesen sogar, zumindest das, was nach außen sichtbar ist. Denkfehler : Das wenig einfühlsame Umfeld denkt in erster LInie an sich, wer denkt an Sie?
        Vor allem Männer (Fremdgeher) werden von diesem Umfeld als verantwortungslos gegenüber vorhandenen Kindern abgestempelt. Vor allem Frauen (Fremdgeherin) werden als nicht genug beziehungsförderlich denunziert.
      • Erinnerungen an alte schöne Zeiten. Die Vergangenheit. Denkfehler : Wollen Sie in der Vergangenheit leben? Die Gegenwart und Zukunft zählt.

 

Frage 2 Was spricht für das Starten der Liebesbeziehung?

Hier listen wir die Nachteile der Beziehung zum Vernunft-Partner auf und die Vorteile der Beziehung zu der oder dem Geliebten.

  • Der Vernunft-Partner
    • Folgende Aspekte sind geordnet nach chronologischem Ablauf. Zuletzt zeitlich Unabhängiges.
    • Verletzungen
      Was kann jemand verletzen? Siehe dazu diese Liste von schlechten Verhaltensweisen. Diese schlechten Verhaltensweisen führen zu schmerzhaften Gefühlen. Alles was mit starken Gefühlen zu tun hat, prägt sich stark ins Gedächtnis. Und führt bei Erinnerung wieder zu den (hier negativen) starken Gefühlen. Eine Verhaltensweise verletzt nicht sofort, aber dafür konzentriert wie eine Bombe später : Dann wenn das "Lügengebäude" aus Verheimlichen bzw. Belügen des anderen zusammenbricht.
      Wie reagiert man auf Verletzungen? Auf Dauer schützt man sich davor. Wie? Indem man sich emotional distanziert, d.h. die schmerzhaften, und damit aber auch die schönen Gefühle unterdrückt. Das verletzt jedoch umgekehrt den anderen. Ein Teufelskreislauf aus gegenseitig spiralförmig hochgezogenen emotionalen Schutzmauern. Das gefühlsmäßige Vertrauen sinkt, das verstandesgemäße Vertrauen kann noch hoch sein..
      Umso stärker (schwerwiegendes Fehlverhalten wie Gewalt, Raub ) bzw. länger anhaltend (kleine Stiche wie Beleidigungen) die Stiche sind, umso tiefer die Wunden.
      Wie stehen die Heilungschancen? Tiefe Wunden durch eine schlechte enge Beziehung sind eine Belastung und führen zur Beziehungsunfähigkeit. Diese kann nur durch eine gute enge Beziehung ohne Verletzungen geheilt werden. Geringes Vertrauen und bleibende Erinnerungen an verletzendes Verhalten, aufgrund derer jeder jederzeit mit einer Wiederholung rechnet, sind eine schlechte Basis, um wieder gemeinsam zu einer heilenden engen guten Beziehung zu kommen. "Tiefe Wunden heilen nicht mehr" ist eine alte Weisheit. Hier kann die Beziehung zum Geliebten punkten , wenn sie noch nicht zu lange verletzend nebenher geführt wurde. Ohne tiefe Wunden ist der Weg offen für Positives, die Spirale nach oben gehen ist weiter oben leichter.
    • Liebeslücke.
      Der eine, der seine emotionale Schutzmauer hochgezogen hat, hat beim anderen eine Liebeslücke erzeugt. Durch den oder die Geliebte ist zusätzlich der Beweis der Liebeslücke erbracht.
    • Warum ist eine Vernunftbeziehung nur eine "Vernunftbeziehung"? NIcht die Liebe hält sie zusammen, sondern die Vernunft, die Gefühle belastend und gesundheitsschädlich unterdrückt.
    • Vertrauensbruch.
      Für Intimität ist Vertrauen notwendig. Sobald man sich sehr in einen anderen Menschen verliebt hat und man verschweigt es, wird das Vertrauen durch eine Lüge zerstört. Wie auch vor Gericht gilt : Auch Verschweigen ist Lügen. Da intensiver emotionaler Kontakt ein Verschmelzen der Gefühlsbereiche der Gehirne ist, ist das Verschmelzen der Körper nur noch das i-Tüpfelchen, das eigentliche "Fremdgehen" ist die Liebe zu einem anderen.
      • Beim Fremdgeher das Wissen um den Vertrauensbruch, die Schuldgefühle, die das Gewissen noch lange Zeit belasten.
      • Bei noch halbwegs vorhandenem emotionalen Kontakt müsste der Hintergangene spüren, dass der andere sich anderweitig verliebt hat.
    • Güte der Beziehung zuletzt
      Gemäß der Faustformel für eine gute Beziehung sollte das Verhältnis der schönen und unschönen gemeinsamen Stunden nicht unter 80:20 sinken. Haben Sie in der Vernunftbeziehung nur noch 50:50 oder überwiegen.sogar die unschönen Stunden, dann passt folgender Vergleich : Lohnt es sich noch den alten Schrottwagen (schlechte Vernunftbeziehung) reparieren zu lassen? Falls nicht ist der Neuwagen (Geliebte) die bessere Alternative.
    • Eine betreutes Training (siehe unten) mit Beziehungsarbeit für Beziehungen in Phase 5 ff ist selten erfolgreich. Die Vernunftbeziehung wird nicht besser, sondern noch schlechter.
    • KInder
      Eine Vernunftbeziehung mit Unterdrücken der Gefühle ist ein gesundheitsschädigendes schlechtes Vorbild, was die Kinder später eventuell übernehmen. Führen die Eltern auch zu ihren Kindern eine Vernunftbeziehung, so wirkt sich das negativ auf das Kind aus. Wie sollten sich gute Eltern zu ihren Kindern verhalten?
  • Der oder die Geliebte
    • Folgende Aspekte sind geordnet nach Tiefe der Liebe.
    • Ist der oder die Geliebte beziehungsfähig? Gemäß unserem Tipp suchen manche Beziehungsunfähige andere Beziehungsunfähige wie z.B. manche aber nicht alle Fremdgeher für unverbindliche Treffen. Falls Sie selbst nach einer zerrütteten Beziehung auch beziehungsunfähig sind, passt es ganz gut. Natürlich ergeben zwei Beziehungsunfähige zusammen keine gute Beziehung, sondern nur eine Zwischenlösung.
    • Die Erfahrung zeigt, dass man einen besser passenden Partner findet, wenn er (Überdruck) oder sie (Eisprung) hormonell nicht unter Druck steht. Denn dann lässt man die schlechter passenden vorbeiziehen. Da man in einer Beziehung nicht so unter Druck steht und man verliebt sich in einen der Geliebten, dann ist das ein Indiz dafür, dass der oder die Geliebte ein Treffer und keine Notlösung ist.
    • Es schwebt das Ideal in der Luft, dass es nur einen Lebenspartner als all-in-one-Lösung für das ganze Leben gibt. Der Ehemann ist jedoch eventuell die erste große Liebe, um Kinder zu bekommen und der Geliebte ist dann die zweite große Liebe für die Stärkung der nachlassenden Gesundheit.
    • Wer liebt einen mehr? Der Partner der Vernunftbeziehung oder der oder die Geliebte, die nicht durch die Macht der Gewohnheit die Konkurrenzsituation erträgt, sondern aus emotionaler Nähe? Die Antwort ist klar : Der oder die Geliebte, außer es handelt sich um Beziehungsunfähige, z.B. ONS-Süchtige.
    • Wenn man sich fragt, wen man mehr liebt, dann ist es wohl die oder der Geliebte, denn wenn es umgedreht wäre, hätte man keine Geliebte. Denn wie wenig muss man jemand lieben, um ihn zu betrügen und zu belügen? Das ist nur erklärbar, wenn die alte Liebe eher Gewohnheit und Bequemlichkeit ist, man sich arrangiert hat und schon längst eine Liebeslücke entstanden ist.
    • Natürlich wird dann der Verlust der größeren Liebe, also des oder der Geliebten schmerzvoller sein als der Verlust der Routine, also eines guten Freundes bzw. einer guten Freundin. Das Beenden der Vernunftbeziehung ist unangenehm, das Verlieren des intensiv Geliebten schmerzt lange, manchmal mehrere Jahre lang.

Unsere Empfehlung
Hat Ihr Herz (und nicht nur die Gewohnheit) sich entschieden, so muss letztlich der Verstand die Entscheidung des Herzens akzeptieren. Der Verstand sollte genauer gesagt die Entscheidung des Herzens für den oder die Geliebte (oder einen Nachfolger) unterstützen nach dem Motto die weniger schmerzvolle Alternative mit Hoffnung auf Zukunft wählen. Da dem Fremdgeher in einer Vernunftbeziehung die Trennung oftmals so schwer fällt wie einem Raucher es schwer fällt mit dem Rauchen aufzuhören, verweisen wir hier auf die Trennung speziell bei einer Vernunftbeziehung.

 

Frage 3 Was spricht für das Beenden beider Beziehungen?

Die Nachteile der Beziehung zum Vernunft-Partner siehe Antworten Frage 2, die Nachteile der Beziehung zu der oder dem Geliebten siehe Antworten Frage 1.

  • Wenn nur beide Beziehungen zusammen ok sind, aber einzeln nicht. D.h. vom Vernunftpartner die Gewohnheit, vom Geliebten die Nähe.

 


Fall 2 Fremdgehen entdeckt
Die Antworten auf die obigen drei Fragen im Fall 1 verändern sich deutlich, wenn das Fremdgehen entdeckt worden ist. Unserer Ansicht nach spricht dann sogar noch mehr für das Ende der Vernunftbeziehung.

Umso stärker die Beziehung zu dem oder der Geliebten ist, umso größer ist die Warhscheinlichkeit, dass der Hintergangene sich nicht mehr auf die positiven Gefühle (nicht nur auf das Halten der Vernunftbeziehung) des anderen verlassen kann. Hinzu kommt eine Kränkung, da bei der oder dem Geliebten das gesucht bzw. gefunden wurde, was der andere in der Vernunftbeziehung nicht bieten konnte bzw. wofür er nicht gut genug war. Zu der Gefühlsseite gibt es auch eine sprachliche Seite. Der Vertrauensbruch ist umso größer, umso frecher und länger der Hintergangene zusätzlich belogen bzw. die Wahrheit vor ihm verheimlicht wurde. Der Betrogene hat sein Vertrauen verloren, und damit hat die vorher feste Beziehung ihre intensive Intimität verloren. Denn für Intimität ist Vertrauen notwendig. Für oberflächliche Routine- Intimität reicht es eventuell noch.

Ein schwerer Vertrauensbruch ist ein Trauma. Bei einem Trauma hört die Welt auf, ein sicherer Ort zu sein. Das Ende der emotionalen Sicherheit. Depressionen sind wahrscheinlich. Der oder die Betrogene reagiert eifersüchtig durch ständiges Kontrollieren und Bestrafen des Fremdgehers, und eventuell auch Rachegefühle, was z.B. seinerseits zum Fremdgehen führen kann.

Umso später im Verlauf der Beziehung (spätere Phase 5 bis 9) das Fremdgehen entdeckt wird, umso wahrscheinlicher ist eine beschleunigte Entwicklung Richtung Phase 9 bzw. Trennung.

Außer der oder die Fremdgehende manipuliert die oder den Betrogenen, ohne dass Letztere es merkt. Und schafft es so die Vernunftbeziehung zu "retten".

  • ich "liebe" dich.
  • Sie war nicht so toll, bestenfalls befriedigend. Sie war der größte "Fehler" meines Lebens.
  • Du bist viel "besser".
  • ich hatte das gefühl, du brauchst mich nicht mehr (= Du wolltest nicht oft genug sprechen bzw. Intimität ) und er / sie war immer bereit.
  • Es war nicht meine absicht.
  • Er bzw. sie hat mich mehr oder weniger überrumpelt. Er bzw. sie wußte genau wie sie es anstellen musste.
  • Andere (befreundete Singles) haben mich so weit gebracht!

Die Sicht der Betrogenen
Ein Anfang der Krise könnte gewesen sein, dass der oder die später Betrogene vom Bindungstyp ängstlich bzw. vermeidend ist. Umso mehr es Richtung Phase 4 bzw. 5ff geht, umso verbirgt dieser seine Gefühle und flüchtet in das Dritte, Aktivitäten außerhalb der Beziehung. Die verzweifelten Versuche des späteren Fremdgehers emotional wieder an die später Betrogene heranzukommen, werden ignoriert. Durch den fehlenden emotionalen Kontakt spürt die später Betrogene nicht mehr seine Gefühle und Bedürfnisse des später Fremdgehenden. Die Liebeslücke. Das kann unterstützt werden durch die falsche Annahme, dass der später Fremdgehende die später Betrogene ewig und bedingungslos mehr liebt als umgekehrt.

Nach dem Entdecken des Fremdgehens versucht die Betrogene die Fassade vor Verwandten und Bekannten aufrecht zu erhalten. Hier wird die Vernunftbeziehung besonders deutlich. Die Betrogene liebt den Fremdgeher oder hofft auf eine "Rettung" der Beziehung, die für den Fremdgeher nur noch eine Vernunftbeziehung ist. Der Betrogene denkt noch oft an die Tage der Krise und verarbeitet es somit. Eventuell wird die Betrogene ihre bisherigen engen Beziehungen durchforsten.

Sollte die "Rettung" gelingen, so kann sich die Betrogene auf die Trauer des Fremdgehers einstellen, falls die oder der Geliebte doch keine Notlösung war. Eventuell erstellt die Betrogene dem Fremdgeher einen Freibrief aus, damit dieser unter gewissen Bedingungen zur Aufrechterhaltung der Fassade seine Liebe ausleben kann. Der Fremdgeher kann in diesem Fall seine Liebe ausleben und die Gewohnheit der Familie weiterhin behalten. Ideal für ihn.

Aber früher oder später wird die Betrogene ihr eigenes Leben leben wollen, ein kleiner Rest Stolz hilft dabei. Außer beide arrangieren sich aus Macht der Gewohnheit wieder.

Bei mehrmaligen Fremdgehen (Ehebruch) mit wechselnden Partnern wird kein Mensch mehr von einer intakten Ehe sprechen, eher von einer zerrütteten Ehe mit schwerwiegendem Fehlverhalten. Fehlverhalten ist nicht nur ein Ehebruch, sonder auch Betrug anderer Art bzw. Beschädigung des Eigentums des Partners, seines Einkommens oder des Partners selbst und anderes. Sobald der eine Partner schwerwiegendes Fehlverhalten zeigt, wird kein Mensch dem anderen Partner mehr zumuten, treudoof an der Ehe festzuhalten. Man wird dem Hintergangenen Partner eher einen Freifahrtschein ausstellen die Ehe als zerrüttet anzusehen und sich um sein eigenes Leben inklusive der Scheidung zu kümmern.

Bei rechtlichen Fragen zum Thema "schwerwiegendes einseitiges Fehlverhalten" und mögliche Folgen wie Verwirkung im Sinne des § 1579 BGB bei Ehegattenunterhalt wenden Sie sich bitte an das Juristenteam vom Fachbereich Gesetzgebung und Rechtsvertretung oder geben die Begriffe "schwerwiegend, einseitig, Fehlverhalten, Verwirkung, § 1579 BGB, Ehegattenunterhalt" geschickt kombiniert in Suchmaschinen ein.

Aufgrund der Schuldgefühle und der tatsächlichen Hochs oder vermeintlichen Hochs, die eher höhere Tiefs waren, hält der oder die Fremdgehende zum Leiden der oder des Geliebten an der Vernunftbeziehung fest, während sich der oder die Hintergangene wegen der Kränkung und dem Vertrauensverlust trennt. Siehe Trennung Phase 5 bis 9. Kommt es doch nicht zur Trennung in der Vernunftbeziehung, so gibt es zwei nicht schöne Wege. Der eine ist eine verstandgesteuertes betreutes Training (Analyse etc.) auf Kosten der Gefühle, das andere ist wiederholtes Fremdgehen.

Die Entscheidung bei Fall 2
Zur Entscheidung im Fall 1 kommt dazu : Das Misstrauen kann meist nie ganz beseitigt werden, es bleibt eine ständige Belastung.

 

Literatur

  • Spezielle Sichtweisen
    • Maja Langsdorff: Die Geliebte. Was es heißt, die andere zu sein. 2000
    • Ingrid Füller: Eine Affäre in Ehren - Warum Frauen Verhältnisse haben. Rowohlt 1994
  • Alle Sichtweisen
    • Hans Jellouschek: Im Irrgarten der Liebe – Dreiecksbeziehungen und andere Paarkonflikte. Kreuz-Verlag 1995
    • Reinhard Kreische: Paare in Krisen. RoRoRo-Sachbuch 1994
    • Hans Jellouschek: "Warum hast du mir das angetan?" - Untreue als Chance. Piper 1995
    • Wolfgang Schmidbauer: Die heimliche Liebe. Ausrutscher, Seitensprung, Doppelleben. Rowohlt 2001
    • Amelie Fried: Anfang war der Seitensprung. Heyne 2000
    • Cornelia Dittmar: Seitensprung. Ein Fall für Drei. Lübbe 1998
    • Ulrich Beer: Liebe Eifersucht und Treue. MVG 1995
    • Michael Mary: 5 Lügen die Liebe betreffend. Hoffmann und Campe2001

 

Betreutes Training nach einmaliger Untreue

Die entscheidende Frage : Was spricht für das Fortführen oder das Beenden der Beziehung. Was ist noch übrig von den bindenden Aspekten? Um das zu klären beantworten Sie sich selbst die Fragen im obigen Kapitel Folgen der Untreue.

In einer Vernunftbeziehung kann betreutes Training diese zwar festigen, aber bei zu großer Entfremdung und zu tiefen Wunden kaum eine Liebesbeziehung herstellen. Siehe in diesem Fall Trennung aus einer Vernunftbeziehung heraus.

Bei einmaligen Fremdgehen (One-Night-Stand) ist bei einer ansonsten emotional sehr guten Beziehung in Phase 4 stehen die Chancen auf Erfolg besser.

Nur falls Sie sich nicht nur knapp (50%), sondern sehr eindeutig (min. 75%) für den "Vernunftpartner" entscheiden, können Sie das Training probieren.

Nach dem "ja" des Betrogenen muss auch der Fremdgehende "ja" zur Vernunftbeziehung sagen. Die Entscheidung des Fremdgehenden war im obigen Kapitel Folgen der Untreue noch ausgeblendet.

Die Fremdgeher nennen zwar Gründe wie Neugier, Abwechslung etc, für das Fremdgehen, verdrängen jedoch die oben im Kapitel Folgen der Untreue besprochene Isolation, Liebeslücke, tiefen Wunden. Wer gibt schon gerne zu, dass er sich womöglich schon jahrelang in einer Vernunftbeziehung ab Phase 5 ff befindet?

 

Ablauf des betreuten Trainings

+ Eine Forderung aus dem Partnercoaching und bedingungsloser Liebe : Man kann dem anderen nur dann bei seiner Selbstverwirklichung helfen, wenn man so wenig wie möglich verheimlicht, Gefühle unterdrückt und sich körperlich entfernt. Beide Partner sollten mit Geduld negative Gefühle wie Trauer, Wut, Enttäuschung, Verletzungen zulassen. D.h. die emotionale Schutzmauer versuchen abzubauen.
+ Leitsätze des Trainers einhalten : Affäre beenden, Diskussionen unter Beaufsichtigung von Experten etc.
+ Antworten auf die Frage : Wie kam es zur Untreue? (siehe z.B. oben)
+ Was muss geändert werden, damit es sich nicht wiederholt?
Der Hintergangene muss daran glauben, dass Menschen sich ändern und Fehler wiedergutmachen können. Der Fremdgeher muss daran glauben, dass der andere der Richtige ist bzw. er seine Sucht erfolgreich durch betreutes Training verlieren kann.

+ Stärken der emotionalen Bindung nach der Emotion-Focused Therapy

Schritt 1 Wahrnehmen und Analyse eines typischen Streits.
Schritt 2 Grundbedürfnisse mitteilen
Schritt 3 Einfühlen in die Grundbedürfnisse des anderen. Gegenseitige Abhängigkeit
Schritt 4 Erkennen der Verletzungen.
Schritt 5 Das Verhalten des anderen als Wege zur Durchsetzung der Grundbedürfnisse erkennen. Vergebung im Sinne von Ablenkung von den Schmerzen senkt den Schmerz, Depressionen und damit die negativen Einflüsse auf die Gesundheit. Nicht vergessen, damit die Erinnerung als Mahnung erhalten bleibt und sich das Ganze nicht wiederholt.
Schritt 6 Vergeben. Sich ehren, Versöhnung, "Ich will eine Beziehung mit Dir"
Schritt 7 Vertrauen aufbauen. Liebe, Geborgenheit, Unterstützung konkret geplant
Aufstellen neuer Beziehungsleitsätze, Erleben neuer Intimität und Geduld mit sich selbst und dem anderen.
Schritt 8 Ändern der schlechten Routinen. Ist einer der Beziehungsleitsätze.


+ Entscheidungshilfe Trennung (siehe Phase 9) oder nicht.
+ Die Untreue hat viel verändert. Es wird nie mehr wie es war. Wie kann ein Neustart aussehen?

Betreutes Training in verschiedenen Gebieten