Die Ergebnisse z.B. unserer Seite Friedenspädagogik und Ethik der Helfer (hier gegenseitig) wollen wir in einen Entwurf für beziehungsindividuell formulierte Beziehungsleitsätze einfließen lassen. Ergebnis der Friedenspädagogik : Zuerst bricht die Kooperation zusammen wegen unvereinbarer bzw. zu hoher Ziele bzw. Wege. Spätestens wenn dann die Kommunikation über diese Ziele und Wege endet, sind Beziehungsprobleme vorhanden. Wichtig ist es deshalb, einen Weg zu finden, wie man rechtzeitig die Kommunikation aufrecht erhalten kann, bevor die Kooperation abbricht (Indiz für schlechte Kommunikation) und die Eskalation die Folge ist.
Zur Förderung der Kooperation und der Kommunikation empfehlen wir Ihnen, Ihre Kommunikation zu verbessern, indem Sie Beziehungsleitsätze für eine gute Beziehung entwickeln. Eine realistische Definition der Rollen und Regeln innerhalb der Beziehung verhindert schizophrenes Verhalten, siehe Selbstfindung Strategische Familientherapie.
Kooperation wird dann zum Thema. Falls Sie Kinder haben : So wie Sie als Eltern sich auch die Erziehung Ihres Kindes optimieren.
Die Beziehungsleitsätze zu kennen, heißt noch nicht sie zu können, sie automatisch anwenden zu können braucht Zeit. Das gilt für beide Partner. Siehe die Gefühle in den Phasen des Lernens. Bis dahin denken Sie daran, dass nicht nur der eine nicht vollkommen ist, sondern der andere auch nicht, aber trotzdem ein liebenswerter Mensch. Und behalten Sie die Hoffnung und den Wunsch, sich gegenseitig zu unterstützen, also fürsorglich und coachend zu lieben.
Die Beziehungsleitsätze, die Sie auf Basis des folgenden Entwurfs entwickeln, sollten Sie nachher nicht wie Beziehungsleitsätze zu eng auslegen, sondern eher wie eine Erinnerungshilfe bzw. einen Leitsatz anwenden, um die Kommunikation und Kooperation (und Deeskalation) zu verbessern. Der folgende Entwurf und jede gute Beziehung basiert auf den Grundlagen des Flirtens, also den 3 Arten der Liebe, die sinnlich-leidenschaftliche Liebe, Partnercoaching, bedingungslose Liebe.
Entwurf für Beziehungsleitsätze innerhalb einer guten Beziehung
Wir wollen Folgendes bzw. setzen damit dieses als Ziel
++ Verhalten (Routinemäßiges Handeln)
+ alte allgemeine schlechte Verhaltens-Routinen (Ich-Handeln)
Wir wollen schlechte Verhaltens-Routinen aus der Kindheit, aus schlechten Beziehungen oder von schlechten Vorbildern notfalls mittels betreutem Training durch gute Verhaltens-Routinen ersetzen. Vor allem, wenn wir uns durch die Konkurrenz in der Gesellschaft oder durch Kinder in Stress befinden und so anfällig für wenig durchdachtes Verhalten sind.
Die schlechteste aller Verhaltens-Routinen : Wenn Kommunikation und Kooperation gute Routinen sind, dann ist "Ich muss es alleine machen" in Kombination mit Abschalten der Kommunikation offensichtlich eine schlechte (Ich-Denken) Routine.
Beispiele für schlechte allgemeine alte Verhaltens-Routinen
Die Arbeiten von John Gottman und Kollegen von der Uni Washington zeigen folgende schlechte Verhaltens-Routinen, die zu fast 100% früher oder später zur Trennung führen.
- schnell den anderen beschuldigen.
- Hintergrund : Der andere hat einen Schaden verursacht, ihn zu beschuldigen ist eine schlechte Reaktion auf die eigene Hilflosigkeit, denn der moralische Sieg über den anderen ist eine Niederlage für das Wir-Gefühl
- Alternative : Unser Problem statt Dein Problem (s.u.)
- die Persönlichkeit des anderen destruktiv kritisieren
- Beispiel : Ihr Lebenspartner hält sich nicht an die Beziehungsleitsätze.
- Hintergrund :
Der eine hat den anderen durch egoistisches Verhalten verletzt, weil er nur an seine Bedürfnisse gedacht hat.
Diesen dafür zu kritisieren bzw. im Vorwürfe zu machen ist eine schlechte Reaktion auf die eigene Kränkung, denn Vorwürfe verletzten und der moralische Sieg über den anderen ist eine Niederlage für das Wir-Gefühl. Öffentlich sind Vorwürfe beschämend und demütigend. Vorbilder für dieses Verhalten sind die Eltern, die uns mit destruktiver Kritik und Belehrung erzogen haben. Und wir haben gelernt, uns dieser Kritik und Belehrung durch Lügen und Verbergen von Gefühlen zu entziehen.
- Alternative : Echtheit, gegenseitige konstruktive Beratung bzw. Fördern der Selbstverwirklichung (s.u. Gefühl und Verstand) , Gleichberechtigung (s.u.), Grundlage Partnercoaching und Fürsorge.
- den anderen verachten, beschimpfen, verabscheuen, vor anderen verhöhnen, verspotten.
Schlechte Vorbilder sind Sitcoms im Fernsehen, wo mit Sarkasmus und Ironie die anderen Figuren bzw. Rollen gezielt verletzt werden, um beim Publikum Schadenfreude zu wecken. Der Unterschied zur Realität : Die Schauspieler selbst werden damit nicht in ihrer Persönlichkeit angegriffen und verletzt, sondern nur in ihrer Rolle. Ahmt man es nach, verletzt man den anderen.
- Ironie
Bsp. "Du bist aber schön schlank geworden", wenn sie deutlich zugenommen hat. Man sagt das Gegenteil dessen, was man meint.
Der andere kann zwar aus dem Kontext (Umständen) oder der Körpersprache heraus ahnen, dass die Äußerung ironisch gemeint ist, weiß jedoch nicht sicher, ob nun das eine oder das andere (Gegenteil) gemeint ist. Eine ironische Merkhilfe dazu : "Ironie wird immer ohne Probleme erkannt." Man versteckt sich aufgrund von Unsicherheit hinter dieser Undeutlichkeit. Im Beispiel aus Angst vor ihrer Reaktion auf die Wahrheit. Die Psychohygiene führt zur Selbstironie : "Bin ich aber schlank geworden".
- Sarkasmus
Verletzen nach dem Prinzip Rache. Bsp. Er schlägt sie und sagt zynisch : "Hat es Dir gefallen? Willst Du eine Wiederholung?" Sie antwortet sarkastisch : "Ja bitte". Auch in Verbindung mit spöttischer Ironie
. Bsp. "So ein Unsinn".
- Zynismus
Aufgrund von geringem Vertrauen in die meisten Mitmenschen nimmt man an den Menschen vor allem die negativen Seiten war und äußert sich entsprechend feindselig. Dazu braucht man jedoch Selbstvertrauen anstatt Angst vor den Reaktionen. Nicht zu verwechseln mit dem äußern der Wahrheit über bestimmte wirklich egoistische oder feindselige Menschen. Das ist dann gutes Partnercoaching im Sinne von Aufklärung über die gemeinsame Umwelt in ihren gesellschaftlichen Aspekten.
- Alternative : Partnercoaching
- das eigene Verhalten diskussionslos verteidigen bzw. rechtfertigen
- sich gegenüber dem Partner oder anderen Menschen zu sehr abschotten. Informationen verheimlichen, Gefühle unterdrücken, körperlich entfernen.
Auch gegenüber sich selbst : Gedanken
und Gefühle verdrängen bzw. leugnen.
Die äußere und die innere emotionale Schutzmauer ist hoch.
- Beispiel
Das Unterdrücken von Gefühlen findet man häufiger und stärker ausgeprägt bei Männern. Aber auch bei sich männlich gebenden Frauen.
- HIntergrund
Überwiegend die Jungen werden dazu erzogen, ihre Gefühle zu unterdrücken. Das beginnt damit, dass man die Mädchen so hält, dass sie die Mutter (ihre Körpersprache) anschauen, die Jungen aber umgedreht so, dass sie in die Welt (Technik ist gefühllos) hinausschauen. In der Arbeitswelt wird dieses Training durch gefühlskalte Anweisungen bzw. Gesetze der Verwaltung intensiviert, Rationalisierung zur Profitsteigerung. Gefühlloses Handeln wie in der Steinzeit wird belohnt und damit gefördert, gefühlvolles mit Lächerlichkeit und Verachtung bestraft. Aber nicht nur in der Arbeitswelt, auch privat. Hier sind es meist die Frauen und Kinder, die egoistisch erwarten durch solch gefühlloses Handeln mit Luxus versorgt zu werden. Diese Männer tragen jedoch auch ihren Teil dazu bei, wenn sie sich die Luxusweibchen anstatt der menschlichen, also sozial gefühlvollen genügsamen Frauen ausgesucht haben. Und dann wundern sich alle Beteiligten, dass die so Trainierten ihre Gefühle nicht mehr verstecken müssen, da sie ihre Gefühle selbst kaum noch wahrnehmen, äußern und ausleben können, selbst wenn sie es denn wollen.
Während im Arbeitsleben auch angenehme Gefühle wie Freude abtrainiert werden, wurden im Privatleben eher die unangenehmen Gefühle wie Angst, Einsamkeit, Unsicherheit abtrainiert. Allerdings schwächt dieses Training auch das Warhnehmen der angenehmen Gefühle. Bildhaft : Die emotionalen Tiefs werden flacher, aber die Hochs auch. Aus der emotionalen Achterbahnfahrt wird eine stoische gefühlsarme Flachland-Fahrt. Gefühlsarme Menschen sind schlechte Liebhaber und schlechte Eltern.
Vielleicht weil diese Menschen eigene starke Gefühle nicht mehr kennen und damit nicht mehr umgehen können, können sie mit starken Gefühlen, die auch durch emotionale Ansteckung entstehen, nicht mehr schnell und gut umgehen. Tatsache ist, dass Männer, die beschimpft werden, erst dann wieder normalen Blutdruck haben, wenn sie sich revanchieren konnten, Frauen jedoch auch ohne Revanche nach ca. 20 Minuten. Männer, die sich nicht revanchieren wollen, vermeiden deshalb grobe Konfrontationen.
- Alternative : Heilende Beziehung. Das sind Beziehungen mit Menschen, die nicht nur gefühlsarme Handlungen erwarten bzw. fördern, sondern unter anderem gefühlvolle Menschlichkeit, d.h. dem anderen Gefühle wie Angst, Schwäche, Kränkung etc. erlauben.
- sich gegenüber dem Partner oder anderen Menschen zu sehr öffnen. Meist sind Abschottung und zu starke Öffnung kombiniert, wenn man die Grenzen zwischen zwei Partnern und zwischen zwei Paaren betrachtet, siehe Systemische Paar-Selbstfindung, Kollision.
- mangelnde Friedenspädagogik
- VERTIEFUNG durch nachfolgende Ergänzungen
- Schlechte Auseinandersetzungen / Deals
Wenn die Meinungsverschiedenheiten groß sind und zusätzlich die Bedeutung (emotional) für beide groß ist.
- Körperliche Gewalt
- Einer von beiden gewinnt immer, hat mehr Macht.
- Nötigung "Weil ich so, musst Du auch so"
Geschenke sind freiwillig, keine Deals.
- Regelmäßig oft
- Ohne positive konstruktive Lösung, die dann zu Intimität zur Umsetzung der angestauten Energien führen kann.
- Hintergrund
Beim Verlierer stauen sich unbefriedigte Bedürfnisse an. Dadurch allerdings auch beim Sieger. Der Verlierer empfindet Groll, der Sieger Schuldgefühle. Beides negative Gefühle, die neben den unbefriedigten Bedürfnissen die Beziehung schädigen
- Alternative
Bitten äußern, die der andere ablehnen kann. Interpathie. Gegenseitiges Fördern der Selbstverwirklichung (s.u. Gefühl und Verstand)
- Mit Macht ausgehandelte Vereinbarungen widersprechen der bedingungslosen Liebe
- Rache, "Wie Du mir, so ich Dir"
Auf eine Verletzung mit einer Verletzung des anderen reagieren
- Verbale Wortgefechte
Oftmals schwelte etwas Verheimlichtes in der Beziehung, was herausbricht.
- Handelnd
Wenn er flirtet, dann flirtet sie auch.
- Hintergrund
Der Vorteil ist, dass man seine Bedürfnisse durchsetzen kann ohne Verantwortung für die Folgen für den anderen zu übernehmen. Der Nachteil ist die Vergrößerung des emotionalen Schadens. Fairness als Waffe widerspricht der bedingungslosen Liebe
- Alternative
Nicht mit einer Verletzung reagieren, sondern per Verstand die kränkenden Gefühle dämpfen und dann beruhigt mitteilen. Dann gegenseitiges Fördern der Selbstverwirklichung (s.u. Gefühl und Verstand)
Steigerungen der Verletzungen
- öffentlich.
Werden wir in virtueller (Fernsehen, Email, Forum etc) oder realer Anwesenheit anderer schlechter gemacht als wir sind, haben wir unsere Akzeptanz vor diesen Menschen eventuell teilweise verloren. Hier ist dann auch eine Entschuldigung des Täters vor dieser Öffentlichkeit angebracht.
- Ähnliches Vorerlebnis
Alte emotionale Verletzungen brechen in ähnlichen Situationen auf, wenn die alten Wunden nicht verarbeitet wurden. Das kann die Verletzung auf beiden Seiten steigern, erstens auf der Seite des Täters, zweitens auf der Seite des Opfers.
+ Verletzen, Entschuldigen und Verzeihen
Alte schlechte Verhaltens-Routinen verletzen den anderen. Eine gute Reaktion darauf ist zu verzeihen, bevor man sich an die Änderung der Routinen machen kann.
Schritte des Entschuldigens
Während allen Schritten sollten Täter und Opfer versuchen sich gegenseitig so weit wie möglich zu akzeptieren, das Minimum der Anerkennung.
- Schritt 1
- Vor sich selbst zugeben, dass man den anderen verletzt hat.
- Vor sich selbst zugeben, dass man schlecht gehandelt hat, denn sonst hätte man ja den anderen nicht verletzt.
- Die volle Verantwortung für die eigene Tat übernehmen. Also weder die Verletzung herunterspielen ("nicht so schlimm"), noch die eigene Verantwortung abschieben durch Rechtfertigung oder verheimlichen durch Vertuschungsversuche.
- Schritt 2
Dasselbe (Schuldeingeständnis) auch aufrichtig vor dem Partner zugeben.
- Schritt 3
Die schlechte Handlung und die Verletzung des anderen echt bedauern (Mitleid : Leid tut) und bereuen (nicht wiederholen). Hier erkennen Sie den Egoisten, sein Bedauern ist nicht echt, denn sein Mitleid ist abgeschaltet.
- Schritt 4
Zuhören
wenn der Schmerz beim Opfer noch groß ist. Zusätzlich ist Verständnis des Täters für das Opfer angebracht. Das Opfer kann seine Schmerzen durch Verstehen der Sichtweise des anderen und Hintergründe (Vergangenheit beider) leichter bewältigen. Das kann Zeit brauchen.
Verzeihen
Das Mitleid des Täters wie die Verzeihung des Opfers stärkt die emotionale Nähe. Aus verschiedenen Gründen will das Opfer dem Täter nicht verzeihen, sondern schmollt. Die Gründe für das Schmollen sind verständlicherweis zu tiefe Wunden oder der schlechte Wunsch nach Dominanz durch Bestrafung. Durch die bestrafende Dominanz (schlechter Chef, Lehrer) fährt das Opfer jedoch die emotionale Schutzmauer hoch und verletzt damit seinerseits durch Abweisung den Täter, d.h. wird selbst zum Täter.
Exkurs Hintergrundwissen Bindungstyp
In engen Beziehungen zu Erziehungspersonen (z.B. die Eltern, Verwandte, Bekannte, Pädagogen und Sozialpädagogen) in der Kindheit und nachher anderen engen Beziehungen entwickeln wir Strategien auf Belastungen durch schlechte Beziehungen, die damals sinnvoll waren. Leider verfestigen sich diese Strategien über die Macht der Gewohnheit so, dass sich diese Strategien auch bei nachfolgenden engen Beziehungen noch in Verhaltens-Routinen zeigen, obwohl diese je nach aktuellem Partner nicht mehr sinnvoll sind, sondern z.B.auch sehr destruktiv sind. Die Verhaltens-Routinen ändern sich mit jeder engen Beziehung etwas, der erste Einfluß der Erziehungspersonen sitzt jedoch noch einige Jahre nach dem Verlassen des Elternhauses in uns. Auf diese Zeit beziehen sich auch die Zahlen. Zwischen 35 und 55 (Ü30) Jahren sinkt der Prozentsatz beim Bindungstyp Sicher durch schlechte enge Beziehungen mit Trennung, Scheidung.
Was ist vom jeweiligen Bindungstyp zu erwarten?
a) Bindung allg.
b) Bedingungslose Liebe bzw. Fürsorge
- Bindungstyp Sicher (55 %)
a) Wer von den Erziehungspersonen Zuneigung und Empathie bekommen hat, der entwickelt in Beziehungen ein Gefühl der Sicherheit.
b) Die Fürsorge ist hoch.
- Bindungstyp Ängstlich (20%)
a) Wer von den Erziehungspersonen mal Zuneigung bekommen hat und mal nicht, der entwickelt in Beziehungen ein Gefühl der Angst (Eifersucht) und schwankt zwischen Wut und Zärtlichkeit.
b) Die Fürsorge des Ängstlichen ist gering, da sie von der zusätzlich einströmenden Angst des anderen überflutet werden und dann blockiert sind. Betreutes Training : Vermitteln von Sicherheit.
- Bindungstyp Vermeidend (25%)
a) Wer von den Erziehungspersonen keine Zuneigung bekam, also missachtet wurde, der versucht enge Beziehungen zu vermeiden. One-Night-Stands oder Pendeln zwischen Zwang und Distanz.
b) Die Fürsorge des Vermeidenden ist gering. Denn er schützt sich vor schmerzhaften Gefühlen aus der Vergangenheit, somit auch vor denen des anderen.
- Wer sich zum Bindungstyp Ängstlich oder Vermeidend entwickelt hat, der war zu viel Streß ausgesetzt, überfordert. Er hat eine emotionale Schutzmauer aufgebaut. Wer sich zum Bindungstyp Sicher entwickelt hat, der konnte mehr oder weniger Streß bewältigen, aber nie zu viel.
- Bildhaft (für nachfolgenden Punkt gegenseitige Wirkung in einer Beziehung)
- Bindungstyp Sicher
= psychisch stabil = fest verankerte Säule
- Bindungstyp Ängstlich oder Vermeidend
= psychisch instabil = wackelnde Säule
- In einer Beziehung : Mögliche Kombinationen
- Ideal ist wenn beide vom Bindungstyp Sicher sind. Dann ist eine stabile Beziehung möglich.
- Mittelmäßig stabil ist eine Beziehung, wo einer vom Bindungstyp Sicher ist. Denn der andere ist psychisch instabil (Bindungstyp Ängstlich oder Vermeidend). Allerdings entfaltet eine gute Beziehung heilende Wirkung auf den Instabilen vom Bindungstyp Ängstlich oder Vermeidend, wenn zusätzlich der instabilisierende Einfluß anderer psychisch instabiler naher Personen minimiert wurde. Die Wirkung ist jedoch nicht einseitig, sondern beidseitig. D.h. der eine wird psychisch stabiler, der andere psychisch instabiler. Deswegen hat die psychisch stabile Person oft Angst davor, psychisch instabiler zu werden und vermeidet eine Beziehung zu psychisch instabilen Personen.
- Voller Ängst vor Abweisung sind Beziehungen, wo keiner vom Bindungstyp Sicher ist. Zwei psychisch instabile Menschen können sich kaum gegenseitig stabilisieren.
+ Schlechte Routinen ändern
Sich dieses Verhalten abzugewöhnen siehe unten Wir-Handeln
+ alte allgemeine gute Verhaltens-Routinen
Wir erinnern uns an die romantischen Taten und Worte aus der Zeit der meist hormonell gestützt sehr schönen ersten paar Monate. Was automatisch nicht mehr abläuft, kann mit Verstand und Gefühl gezielt ablaufen. Z.B. Liebesbriefchen. Besonders wichtig bei erstens Verstandesmenschen zweitens in Vernunftbeziehungen und drittens mit Kindern.
++ Ich versus Wir (geistig)
Die richtige Mischung aus Ich-Denken und Wir-Denken bzw. dessen Umsetzungen in die Tat finden. Das eine Extrem : Die ganze Woche über nichts mit dem anderen unternehmen. Man sehnt sich nach Zeit mit dem anderen. Zwei getrennte Wohnungen. Das andere Extrem : Die ganze Woche über alles mit dem anderen unternehmen, was in Wir-Denken geplant worden ist. Man sehnt sich nach Zeit für sich selbst. Eine gemeinsame Wohnung.
Wir haben ein Bedürfnis nach Sicherheit (Bindung, Nähe, Pflicht) und gleichzeitig ein Bedürfnis nach Aufbruch und Erregung aus der Autonomie, Distanz. Deshalb die Mitte : 3 bis 4 Tage pro Woche das eine und 3 bis 4 Tage pro Woche das andere. Eine gemeinsame größere Wohnung mit Rückzugsmöglichkeiten für jeden Partner oder zwei nicht zu weit entfernte Einzelwohnungen. Das Intimleben als Indikator zeigt dazu passend an, dass beide Extreme nicht empfehlenswert sind. Im einen Fall ist es rein praktisch gleich null, im anderen Fall, weil der "Druck" und die Neugier sich nicht genügend aufbauen kann.
++ Wir-geistig
+ Verstehen des anderen
Einfühlungsvermögen in den Partner und dem Wunsch nach Verstehen des anderen Vorrang vor allem anderen geben, denn gemeinsam ist man stärker. Ein Teil der Interpathie
+ Ansprüche an den anderen bzw. Sicht dessen
Vorteilhaft ist es, den Partner etwas idealisiert ("rosarote Brille") zu sehen wie am Anfang. Ihn idealistisch positiver einzuschätzen als alle anderen potentiellen Partner. Also die negativen Aspekte gering zu bewerten und die positiven Aspekte hoch. Vergleiche geplante Ansprüche an die Beziehung auf Flirttipps 4. Idealisierung ist besser als vom anderen eine kunstvolle Show zu erwarten.
Mit zunehmender Dauer der Beziehung (nach ein paar Monaten) empfiehlt es sich, diese idealistische Sichtweise etwas abzuschwächen, aber nie völlig abzulegen, das beweisen Studien mit glücklichen Paaren, und durch eine weitere zu ergänzen, d.h. den Partner so zu sehen wie er sich selbst auch sieht. Das ergibt sich aus der Förderung der Selbstverwirklichung des anderen. Diese positiv-realistische gemeinsame Sicht empfiehlt sich auch für Ereignisse in der Beziehung, die Vergangenheit. Einschätzen des anderen siehe auch unten Gleichberechtigung. Dass der andere nicht nur sich selbst ändert, um sich selbst glücklich zu machen, sondern sich auch ändert, um mich glücklich zu machen, dass darf ich nicht erwarten oder fordern. Wie mein Partner sich ändert, bestimmt mein Partner, nicht ich. Sind seine Grundbedürfnisse erfüllt, und habe ich meine Wünsche ohne jeden Druck geäußert, besteht die Chance, dass der Partner das Gewünschte erfüllt. Denn Druck (vgl. unten Machtstrategien) erzeugt Gegendruck bzw. Widerstand.
+ Grundbedürfnisse vor Luxusbedürfnisse
zuerst die Grundbedürfnisse beider Partner beachten, das ist fürsorgliches Partner-Coaching, und somit 2/3 der Liebe. Sich um die Grundbedürfnisse des anderen zu kümmern, lohnt sich schon deshalb, weil der Partner durch unerfüllte Grundbefürfnisse sonst zu schwach wird für fürsorgliches Partner-Coaching oder auch Betreuung der Kinder.
- Siehe Grundbedürfnisse
- Grundbedürfnisse in der Partnerschaft : Nähe (kognitiv, emotional, körperlich). Also Wahrheit, gute Gefühle ausdrücken und ausleben, Intimität. Eine niedrige emotionale Schutzmauer.
- So akzeptiert zu werden wie man ist. Nächstenliebe bekommen . Eines der Grundbedürfnisse.
- Geliebt werden so wie man ist.
Eines der Grundbedürfnisse.
Was gegeben wird, ist nicht immer das was vom anderen erhofft wurde und kann als Lieblosigkeit ausgelegt werden. Geschenke sind zwar eine Möglichkeit, aber für sich allein ist das Schenken dem Kaufen zum Verwechseln ähnlich, und kommt nicht gut an. Siehe Arten der Liebe. Das Geben bzw. Nehmen von Liebe hat somit ähnliche Kommunikationsschwierigkeiten wie das Geben und Empfangen von Informationen. Man muss die Worte bzw. die Liebe des anderen nach der Flirtphase neu verstehen lernen. Und auch sprechen lernen, d.h. sich bemühen zu lernen, dem anderen die Art der Liebe geben, die er braucht. Wie beim Sprechen einer neuen Sprache fühlt man sich zu Beginn beim Sprechen etwas unwohl und schämt sich, wenn es nicht ankam. Aber das legt sich.
- Zuletzt das höchste Grundbedürfnis Selbstverwirklichung bzw. Berufung. Besonders wichtig für Erziehungspersonen, die dieses besonders vernachlässigen (Stagnation) und sich nur mit den Kindern beschäftigen und dadurch ein schlechtes Vorbild für die Kinder und ein langweiliger Gesprächspartner für den Partner und die Freunde sind. Ebenso für Karrieremenschen, die den Job nur nach Einkommen und Aufstiegschancen auswählen.
- Hinweis : Die am meisten vernachlässigten Grundbedürfnisse sind am meisten motivierend, für oder gegen die Beziehung. Wenn man die größten Wünsche im Durchschnitt beachtet dann ist vielleicht der Deal angemessene Arbeitsteilung (Fürsorge), Hineinfühlen und Hineindenken (geistige Nähe) gegen Zärtlichkeiten und Intimität (körperliche Nähe) ein guter Deal bzw. Tipp.
- Danach erst die kulturellen Bedürfnisse aufeinander abstimmen.
- Luxusbedürfnisse als überflüssig erkennen.
+ Gefühl und Verstand
Vergleiche Grundlagen.
- Eine Möglichkeit ist in einer Beziehung erst körperliche Nähe ( Intimität ), dann emotionale und sprachliche Nähe, also entspanntes positives Austauschen von Wünschen im Gespräch. Video "No Angels : Let's Go To Bed".
- Interpathie. Ich entwickle mich auf den Partner zu, d.h. ich spüre die Gefühle des anderen, denke darüber nach wie ich am besten den Wünschen des anderen (Selbstverwirklichung) entgegen kommen könnte und tun es dann auch aktiv handelnd, siehe bedingungslose Liebe.
- Die folgende gesunde Reihenfolge für die Prioritäten im Bereich der Gedanken und Gefühle ist ein Teil unserer Ethik.
- Gute Gefühle wie Nächstenliebe, Liebe, berechtigte Ängste.
- Gute Gedanken, die bei der Umsetzung der Handlungen aufgrund der obigen Gefühle konstruktiv-positiv helfen.
- Negative Gefühle wie
- störende unberechtigte Ängste vor verletzender Abweisung, z.B. Eifersucht
- Wut gegen (durch obige beiden Prioritäten) unverbesserliche egoistische böse Menschen . Die Wut gibt die Kraft, diese Übeltäter so weit wie möglich unschädlich zu machen
- Fast jeder hat die Angst, zu lieben, fürsorglich zu coachen, zu geben, aber selbst nicht geliebt zu werden. Die Angst vor Abweisung, später dann Eifersucht. Z.B. wenn man an einen untreuen Fremdgeher gerät, der sich nicht zwischen alter und neuer Beziehung entscheiden kann. Oder an Menschen vom Bindungstyp ängstlich oder vermeidend, die sich nicht auf eine Beziehung mit Nähe einlassen können bzw. wollen. Sinnvoll ist es, die unberechtigten störenden Ängste loszuwerden und die berechtigten Ängste zu behalten, eventuell durch betreutes Training, siehe auch das Thema Ängste im Abschnitt effizienter Denken, Fühlen und Handeln. Und das Training gegen Ängste als Partner vom anderen zu fordern. Wer dieses beim anderen nicht fordert, bekommt bei Ängstlichen die Liebe nicht. Das bedeutet hier auch mittels Verstand zu erkennen, wie fürsorglich coachend der andere wirklich ist. Ist er gleichgültig Ihnen gegenüber, so ist die Angst vor Abweisung berechtigt. Ist sie jedoch einfach überängstlich und er ist real fürsorglich coachend, dann ist die Eifersucht nur störend und unberechtigt. Wenn man die Wünsche des anderen beim Flirten noch wenig kennt, etwas schwieriger zu leisten und damit vom anderen zu erkennen.
Umso mehr ich die Angst verliere, umso mehr traue ich mich, ich selbst zu sein, d.h. Gefühle und Gedanken möglichst offen zu zeigen bzw. auszusprechen anstatt Ihre "perfekte" Marketingshow und die emotionale Schutzmauer (Abweisung = verheimlichen, Gefühle unterdrücken, körperlich entfernen) aufrecht zu erhalten.
- Förderung von Angst
- Durch Gene und Erziehung ängstlich gewordene Menschen
Besonders und generell Ängstliche haben ein hohes Sicherheitsbedürfnis nach Frieden und Vorhersagbarkeit.
- Wenn der Partner nicht empathisch ist, uns nicht akzeptiert oder nicht ehrlich ist .
- Wenn der Partner bewertet (Sprache, Körpersprache) . Die Alternative : Beschreibung
- Wenn der Partner einen versucht zu kontrollieren (Sprache, Körpersprache) . Die Alternative : Gleichberechtigung
- Wenn der Partner nicht eindeutig bestimmte Motive verfolgt, also strategisch vorgeht . Die Alternative : Spontan, ohne Täuschung.
- wenn der Partner kalt ist, erkennbar an der Sprechweise . Die Alternative : Empathie
- wenn der Partner Überlegenheit (Macht, Status) demonstriert, z.B. sich besserwisserisch gibt . Die Alternative :Gleichwertigkeit und freies kreatives Lernen.
- Zusammenfassung : also z.B. der klassische Lehrer bzw. schlechte Chef ist . Deshalb die Alternative : Ethik der Helfer (gegenseitig)
- Auswirkung von Angst = Abwehr
Aus Angst vor Verletzungen verstecken wir uns, z.B. hinter Erklärungen (Ausreden). Dieses Verstecken verhindert die Selbstverwirklichung beider und die Nähe zwischen beiden. Wir verlieren die Empathie durch das Einschalten des kontrollierenden Verstandes, ebenso die Akzeptanz und Echtheit wird durch Strategien ersetzt.
- Wechselwirkungen
Je ängstlicher einer ist, umso ängstlicher wird der andere, und umgekehrt. Eine negative Spirale nach unten (Teufelskreislauf). Dabei kann das Problem allein auf einem Kommunikationsproblem zwischen Sender und Empfänger beruhen, also auf Missverständnissen.
- Beispiel Angst vor Verletztlichkeit durch Selbstffenbarung (Gefühle, Gedanken)
Ffür gutes Partnercoaching ist Offenheit, Selbstoffenbarung notwendig. Man weiß aus Erfahrung, dass ein Freund einen viel tiefer verletzen kann als ein Fremder, denn der Freund kennt die verletzlichen Stellen. Man legt sich durch eine Offenbarung quasi wie ein Tier auf den Rücken, so dass der Artgenosse Bauch oder Kehle angreifen könnte, es aber genau dann nicht tut. Zumindest wenn Ihr Partner über Mitgefühl verfügt und es nicht mittels Verstand unterdrückt hat wie es Egoisten tun.
- Beispiel Angst vor Abweisung im Bereich Intimität (Körper)
Die Angst, dass die Wünsche vom anderen abgelehnt werden.
- Beispiel Angst vor Abweisung im Bereich Finanzen
Zu viel Angst = Geldgier. Etwas Angst, dass man die gewohnten bzw. besser wirklich notwendigen Rechnungen bezahlen kann ist gesund, sie hält davon ab zu viel Geld zu verschleudern. Dann bleibt genug Geld übrig für sich selbst (siehe oben Grundbedürfnisse) und den Partner und Bedürftige (Spenden). Alles was mit den Grundbedürfnissen zu tun hat, hat auch mit starken Gefühlen zu tun. Somit ist Geld keine rationale, sondern eine sehr emotionale Sache. Deshalb ist bei gemeinsamer Kontoführung, die auch die emotionale Nähe vergrößert, große Interpathie gefragt. Ansprüche an den anderen.
- Betreutes Training gegen Angst
Alternative zur Angst : Partnercoaching und bedingungslose Liebe gegenseitig. Man kann sich erst dann richtig auf die Beziehung konzentrieren, wenn man die Angst vor Nähe und Beziehung bewältigt hat. Beziehungsunfähig. Siehe unten Verhalten abgewöhnen. Und nach dem Prinzip Learning by doing.
+ Verhalten des anderen, eigene Gefühle und Gedanken
Das Verhalten des anderen ist befriedigend oder unbefriedigend. Selbstoffenbarung bedeutet dem anderen seine Gedanken und Gefühle in "Ich-Botschaften" mitzuteilen. Gute Selbstoffenbarung ist es, wenn man ehrlich und aurrichtig (Echtheit), dem anderen unter Beachtung der Bedürfnisse des anderen feinfühlig (Empathie, Akzeptanz) seine Gefühle und Gedanken mitteilt. Was sich dann an Verhaltensweisen nicht ändert, muss ich akzeptieren oder mich trennen. So wie ich mein Verhalten bei mir selbst auch akzeptiere. Es hilft nichts, ständig auf andere Verhaltensweisen beim anderen oder sich selbst zu drängen oder zum Märtyrer zu werden.
++ Wir-Handeln
Die obige positiv-realistische gemeinsame Sicht empfiehlt sich auch für die Prognose der Beziehung, die Zukunft. Im Idealfall haben wir schon beim Flirten (Flirttipps 4) einen Partner ausgewählt, bei dem wir von Anfang an das Gefühl habe, gut zueinander zu passen. Und wir haben den Übergang vom Singleleben zur Beziehung gemeistert. Konsequent setzen wir das fort, indem wir zusätzlich daran glauben, dass die Beziehung (in verschiedenen Aspekten) noch besser werden kann. Erst wenn wir alles getan und versucht haben, was an Beziehungsarbeit zu leisten ist und sich trotzdem keine gute Beziehungsqualität einstellt, dann können wir uns guten Gewissens trennen. Was ist alles zu tun?
+ Kommunikation verbessern
Verbesserung der Selbst- und Fremdwahrnehmung und der Botschaften bzw. deren Interpretation, siehe Erkenntnisse der Friedenspädagogik.
+ Verhalten den Bedürfnissen des anderen individuell anpassen
Die Arbeit an den obigen alten schlechten Verhaltensroutinen (s.o.) ist der erste Schritt, um die allgemeinen Bedürfnisse von Menschen zu erfüllen. Ihr Partner hat eigene Gene, eine eigene Biographie, ein eigenes Umfeld und deshalb auch individuelle Bedürfnisse. Da sich seine Bedürfnisse im Normalfall viel schwerer ändern lassen als wir selbst unser Verhalten ändern können, ändern wir unser Verhalten so, dass die individuellen Grundbedürfnisse des anderen befriedigt werden. Details siehe unten Grundbedürfnisse vor Luxusbedürfnisse. Können wir den anderen in seinen Grundbedürfnissen befriedigen, so hat er die Kraft über sich selbst zu wachsen und sein Verhalten ebenfalls zu ändern, um unsere Grundbedürfnissen zu befriedigen. Eine positive Spirale nach oben. Man stärkt sich gegenseitig. In der Phase der Verliebtheit ändern wir unsere Gewohnheiten entgegen der Macht der Gewohnheit mühelos . Sobald die hormonelle Unterstützung ausfällt, müssen wir mit voller Kraft an unseren Gewohnheiten arbeiten wie auf dieser Seite beschrieben, damit die individuellen alten Routinen nicht einziehen und so sich beide Partner gegenseitig schwächen.
Schritt 1
Wir erkennen die wirklichen individuellen Bedürfnisse (s.o.) beider. Im Normalfall ergibt sich daraus mindestens ein Problem.
Schritt 2
Im einfachsten Fall einigt man sich auf die Mitte, der Kuchen wird halbiert. Im Idealfall verdoppelt man den Kuchen, d.h. man wendet als Problemlösungsmethode kreative Verfahren an. Man ermittelt dabei alle möglichen Lösungen zur möglichst vollständigen Befriedigung der Bedürfnisse beider. Ziel doppelter Kuchen. Falls sich der Kuchen nicht verdoppeln lässt, dann erleichert Mitgefühl (nicht bei Egoisten) das Nachgeben, ohne sich als Opfer zu fühlen.
Schritt 3
Im nächsten Schritt bewertet man diese Lösungen einzeln.
Schritt 4
Im nächsten Schritt wählt man die beste Lösung aus.
Schritt 5
Im nächsten Schritt versucht man sein Verhalten so gut wie irgend möglich zu ändern, um die Grundbedürfnisse des anderen zu befriedigen und ihn damit für Verhaltensänderungen seinerseits zu stärken, ohne es vom anderen zu erwarten. Bedingungslose Liebe.
Sich das alte Verhalten abzugewöhnen läuft so :
- Sich selbst beobachten, damit man bemerkt, wann man das Verhalten zeigt. Nicht nur die sprachlichen Äußerungen, sondern vor allem auch die nonverbalen, also Stimme, Mimik, Körpersprache. Bildhaft gesprochen : Als ob man sich im Video sieht.
- Bildhaft gesprochen : Falls man selbst mit sich im Video oder andere mit einem nicht zufrieden sind, "Cut" rufen bzw. die rote Karte zeigen, um das Verhalten zu stoppen und zu besprechen.
- Die Vorboten des Verhaltens wie bestimmte Gefühle an der Oberfläche (Ärger, Zorn) bzw. unterschwellige Gefühle (Hilflosigkeit, Angst, Trauer, Verletzung etc) und Gedanken erkennen, bevor es ausbricht.
- Von mal zu mal an die Verhaltensalternative denken.
- Die unterschwelligen Gefühle zulassen, denn diese bewirken beim anderen förderliche Empathie
- Die Verhaltensalternative auswählen . Bildhaft gesprochen : Die Szene bei Bedarf nochmal drehen. Beispiel : Kleine liebevolle Handlungen des anderen erkennen und sich dafür auf ansprechende Weise dankbar zeigen.
Schritt 6
Im letzten Schritt findet man über Selbstoffenbarung und Interpathie heraus, wie weit die Lösungen Wirkung zeigen.
+ Engagement für die Beziehung durch Belastungen reduzieren
Belastungen zerstören eine Beziehung, wenn sie nicht abgestellt werden können. Belastungen machen beziehungsunfähig. Deshalb bauen wir (vor allem als Paar mit Kindern) uns ein soziales Netzwerk auf, das uns emotional und handelnd hilft, die Belastungen reduzieren können. Der innere Kern des sozialen Netzwerks ist das Team aus mir und meinem Partner.
Warum sollte jemand dem anderen ohne Bezahlung helfen? Eine Hand wäscht die andere bzw. "win-win"-Strategie. Wir-Gefühl. Gegenseitiges Engagement. Menschen und Probleme werden wo möglich getrennt gesehen, also nicht "Dein Problem" oder "mein Problem", sondern "unser Problem". Wir-Botschaften anstelle von "Ich" oder "Du".Egal wer es unabsichtlich mehr oder weniger verursacht hat. Wir gehen vom guten Willen des anderen mit unbeabsichtigten Folgen aus. Jeder von den Folgen Betroffene sollte die Gefühle, die aufgrund der Folgen ausgelöst wurden, so als Selbstoffenbarung mitteilen, als ob man allein oder gemeinsam die Folgen verursacht hätte. Das ist auch gegenüber nahestenden anderen Menschen (Freunde, Verwandte) möglich. Also Frust, Angst, Ärger. Das Netzwerk springt dort mit einfühlsamer (aus Sicht des stark Belasteten) praktischer Hilfe ein, wo die Not eines Netzwerkmitglieds am größten ist. Und regt an zur positiven Interpretation der Lage und Handlungsmöglichkeiten. Das erfolgreiche Reduzieren von Belastungen bzw. Meistern eines Tiefs durch gegenseitige Hilfe im Netzwerk und Partnerschaft stärkt die Bindungen. Dieses Netzwerk kann sich auch gegen Gruppen (z.B. Großaktionäre, Manager) wehren, in deren Interesse (z.B. Profitgier) es ist, dass die Belastungen auf uns von außen stetig steigen
+ Engagement für Gemeinsamkeiten
Das "Dritte" in der Zweierbeziehung. Dieses Dritte (Hobby, Kinder, Job, Freunde) ist einerseits wichtig, damit die Beziehung spannend bleibt, andererseits kann es bei schlechter Ausgestaltung des Dritten eine Belastung sein oder werden. Siehe unten. Und siehe oben Grundbedürfnisse. Unverzichtbar ist die Zeit für sich allein ebenso wie die qualitativ hochwertige Zeit nur zu zweit, wo man sich nur für den anderen interessiert. Das gilt besonders für Paare mit Kindern.
Bei ungleicher Verteilung von Einkommen und Vermögen ist die einzig sinnvolle Handhabung die, dass die Ausgaben je nach Einkommen und Vermögen aufgeteilt werden, d.h. jeder emotional (Angst ums Geld) gleich belastet wird. Wenn der eine 5 mal soviel Einkommen und Vermögen besitzt wie der andere, übernimmt er auch 5 mal soviel der Ausgaben für Gemeinsamkeiten wie gemeinsamer Urlaub, Wohnung etc.
+ Engagement für die Ziele des anderen
Die bedingungslose Liebe schließt ein, das der eine die für den anderen sehr wichtigen Aktivitäten des anderen in der Welt (Selbstverwirklichung) spätestens nach Gesprächen darüber erkennt (Michelangelo Buanarotti-Phänomen), mindestens akzeptiert bzw. respektiert, besser als Fan gut findet und wenn möglich nach Hineinfühlen und Hineindenken (s.o. bzw. professionell) und Wahrnehmung der Makrowelt berät oder noch besser als Mitstreiter unterstützt. Sich also zumindest neutral verhält und den anderen nicht bremst. Bedingungslos ohne Vertrag. Umso mehr diese Aktivitäten Energie und anderes verbrauchen, umso wichtiger ist, dass der Partner in der "Basisstation" die Energie, Zielstrebigkeit, Selbstvertrauen und Mut beim Heimkehrenden wieder regenerieren kann. Bei ungleicher Verteilung von Einkommen und Vermögen können Geldzuwendungen eine sinnvolle Ergänzung sein. Inwieweit der andere die Basisstation spielen will ist Verhandlungssache, wir gehen nicht automatisch davon aus, dass der andere den Mitstreiter (siehe oben das "Dritte") spielt. Wir fordern jedoch das Minimum, also Respekt für meine eigenen Ziele. Ein Hinweis für Kontrollsüchige und ängstliche Menschen : Ich helfe ohne störende Intervention, außer ich werde direkt zur Intervention aufgefordert, bestimmte Aspekte oder alles für den anderen in die Hand zu nehmen.
+ Engagement für die eigenen Ziele außerhalb
Wenn man die Selbstliebe bzw. die eigenen Bedürfnisse zu sehr vernachlässigt, ist man zu schwach, um sich um die Bedürfnisse des anderen zu kümmern. Phasen sind Entmutigung und dann Verzweiflung, evtl. Drogen und Isolation, Krankheit. Wir verfolgen den Sinn des Lebens um so glücklich wie möglich zu werden bzw. zu bleiben. Gute Gefühle stecken den anderen an. Wir werden durch gute Gefühle attraktiver (Ausstrahlung, Lebendigkeit) für den Partner. Ich entlaste auch meinen Partner davon, außer mir selbst alleine für meine Bedürfnisse zuständig zu sein. Falls mein Partner meine Ziele nur akzeptiert, muß ich selbst so wie "Jerry Maguire" die Energie und Kreativität aufbringen. Falls er freiwillig zum Mitstreiter wird, siehe oben das "Dritte".
+ Gleichberechtigung statt Machtstrategien
Beispiele für Machtstrategien siehe Beziehungsunfähig / kompromissfähig. Gerechtigkeit bedeutet, dass die Grundbedürfnisse (s.o.) beider gleichermaßen durch Verhaltensänderungen beiderseits beachtet werden. Aber nicht durch Änderung der Grundbedürfnisse, jedoch durch teilweise Änderung der kulturellen (Europa versus Afrika) und eher überflüssigen Luxusbedürfnisse. Will einer von beiden seine Luxusbedürfnisse über die Grundbedürfnisse des anderen setzen, so ist das egoistisch und unfair. Manchmal auch unbeabsichtigt bzw. ohne böse Absicht aus Unwissenheit über die Grundbedürfnisse des anderen. Oder verzichtet einer von beiden aus Angst auf seine Grundbedürfnisse zugunsten der Luxusbedürfnisse des anderen, so ist das schwach und unfair. Wir kennen das, die Menschen der oberen Schichten machen genau das mit den Menschen der unteren Schichten. Oder die Menschen der unteren Schichten lassen das aus Angst mit sich machen. Da er damit offen ausgesprochen nicht durchkommen würde, spielt mein Partner eventuell Machtspielchen. Ich spreche ihn darauf an. Wenn es keine Absicht war, entschuldigt mein Partner sich eventuell und ändert sich. Falls der Partner Machtstrategien fährt, dann wird der Partner das fortsetzen.
Die Macht kann nur ausgeübt werden, wenn der eine mächtiger ist als der andere, d.h. der andere abhängiger vom einen ist als umgekehrt. Wir fordern und fördern Gleichberechtigung, also Machtfairteilung bzw. gleiche gegenseitige Abhängigkeit bzw. Unabhängigkeit. Wir gehen dabei ohne Selbstzweifel und ohne Konfliktscheu aufgrund von aktuell nicht mehr sinnvollen Ängsten (s. betreutes Training gegen Angst) aus der Kindheit nach folgenden Schritten vor, möglichst früh in der Beziehung. Im Idealfall sogar schon vor der Beziehung, d.h. wir flirteten idealerweise nur mit potentiellen Partnern, die uns ganz respektierten und umgekehrt. Wir beachten also hierzu das Prinzip Parität bzw. gleiche Augenhöhe bei der Auswahl bzw. unseren Ansprüchen an den anderen.
- Schritt 1 Ihre Grundbedürfnisse erkennen.
- Schritt 2 Die Ungerechtigkeit erkennen. Aus der Rechtsprechung kennen wir : "Im Zweifel für den Angeklagten". Bsp. Eifersucht (oft aus Bindungsangst). Wenn der andere zu spät kommt, dann gehe ich erst mal davon aus, dass es nicht absichtlich bzw. egoistisch war, sondern dass ihn wichtige äußere Umstände (Stau, Chef) abgehalten haben. Zu erkennen welche Motive wirklich vorhanden waren, z.B. ob es Absicht war oder nicht ist die anspruchsvolle Arbeit eines Detektivs, Psychologen und letztlich des Richters.
- Schritt 3 Ihre Grundbedürfnisse und damit die Ungerechtigkeit hart aber herzlich ansprechen.
- Schritt 4 Sich bei Weigerung einer Änderung zurückziehen bis Gerechtigkeit in den Bedürfnissen erreicht ist. Falls weiterhin meine Grundbedürfnisse wegen der Luxusbedürfnisse des Partners zu kurz kommen, ich also unterdrückt werde, sollte ich eine Trennung thematisieren. Also vielleicht lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Wir verwechseln Machtspielchen nicht mit der guten und üblichen Verteilung von Entscheidungen, dass derjenige die Entscheidungen für beide trifft, der im entsprechenden Sachgebiet mit Engagement und Verstand auch die bessere Entscheidung für beide treffen kann. Beachten sollte hierbei der Sachverständige konstruktives statt destruktives Denken wie z.B:
- Egal, wer die Idee oder das bessere Argument hat statt "Es ist wichtig, wer etwas sagt, weniger was gesagt wird".
- Ich teile meine Bedürfnisse meinem Partner mit statt "Der andere kann meine Bedürfnisse wie ein Gedankenleser erspüren"
++ Geschichte der Beziehungsleitsätze
Die Geschichte der Beziehungsleitsätze dokumentieren, das zeigt später auf wo man vom guten Pfad abgewichen ist, sofern die Beziehungsleitsätze annähernd beachtet worden sind. Der Zeitpunkt, wo sie nicht mehr beachtet wurden, hilft einem eventuell dabei, das Abweichen bis dahin zu korrigieren oder zu erkennen, dass die Abweichungen vom guten Wir zu groß und irreparabel sind.
In Umfragen genannte Tipps (=Allgemeinbildung) sind
+ gemeinsame Zukunft bejaht
+ Toleranz, Akzeptanz.
+ Vertrauen, Ehrlichkeit, Offenheit.
+ Liebe, hohe Intensität und Dauer (emotionale Stabilität)
+ Konstruktive Konfliktlösung
+ gemeinsame Hobbys und Freunde
+ gegenseitiges Partnercoaching. Solidarität
+ Verbindliche große Projekte : Kinder, Enkel, Geschäft, Immobilien.
+ Freiräume in der Partnerschaft
+ Treue
+ Ähnliche Werte
+ Befriedigende Zärtlichkeiten
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